Wetter-Chaos bei Tests in Mugello

Das Wetter in Mugello war eher britisch als italienisch.
© XPBCC, xpb.cc

02. Mai 2012 - 10:26 Uhr

Ist das das Land, in dem die Zitronen blühen und stets Sommer herrscht? Johann Wolfgang von Goethe wäre bei dem Anblick während seiner italienischen Reisen bitter enttäuscht worden. Mugello, nördliche Toskana, ein herrlicher Fleck Erde am 1. Mai 2012 und es regnet und regnet und regnet seit Stunden.

Der Vormittag hatte noch passables Wetter geboten, Fernando Alonso konnte mit einigen Upgrades auf der Ferrari-eigenen Strecke im Sieve-Tal noch die Bestzeit des Tages in den Asphalt brennen (1:22,444). Red-Bull-Pilot Mark Webber als Zweiter folgte knapp geschlagen.

Nico Rosberg durfte in den 4 Stunden 38 Runden fahren und war trotz 1,6 Sekunden Rückstand auf die Spitze zufrieden: "Ja, wir haben hier einige Neuerungen getestet, unser Programm heißt, vor allem den Speed aufzuholen. Wir sind auf einem guten Weg." Überhaupt zeigte sich der China-Sieger sehr angetan von der Strecke in Mugello, wo zwar die Motorrad-Weltmeisterschaft stattfindet, aber außer vereinzelten Tests von Ferrari andere Teams keinen Zutritt bietet: "Ja, die Strecke ist toll, spektakulär, gerade die vielen schnellen Kurven, auf denen wir eh großen Nachholbedarf haben."

Rosberg wirkte locker, gab mittags das Lenkrad an Michael Schumacher, der aber außer wenigen Installationslaps dem Regen zum Opfer fiel. Fast kurios, unser Regengott fällt hier in seiner alten Heimat, wo er weiterhin verehrt wird, dem Nass zum Opfer - auch das ist Formel 1.

Also, hieß es warten, warten, warten. Mark Webber nutzte die Zeit, um mit Freunden und Gästen zu reden, die vorzeitig angereisten Timo Glock und Sebastian Vettel zogen Briefings vor - und die Journalisten und Fans lasen Zeitung, tranken Tee oder aßen sich satt. Italien schmeckt einfach gut, zu gut.

Das Schöne (zumindest für die Journalisten) war, dass die Bestzeiten schon mittags feststanden und sich auch nicht mehr änderten.

Und Rosberg wurde noch eine interessante und vielversprechende Aussage entzogen: "Ja, wir sind auf einem guten Weg, der nächste Sieg wird nicht zu lange auf sich warten lassen." Sein Wort in Gottes Ohr, freuen wir uns aber zunächst auf besseres Wetter und auf den Testtag am Mittwoch hier in Mugello.

(Jan Krebs)