Jetzt schon etwa 40 Prozent mehr Regen als normal

Wetter im Juli 2021: Der Sommermonat war zu nass und sogar zu warm

30. Juli 2021 - 15:05 Uhr

Die Hitze-Sommer 2018 und 2019 sind in unseren Köpfen

Dass der Juli 2021 zu nass war, ist wohl allen klar. Überall Unwetter, Starkregen und natürlich die Katastrophe in Rheinland-Pfalz und NRW, bei denen mehrere Hundert Menschen ihr Leben verloren. Dass der Juli aber tatsächlich zu warm war, mag uns komisch erscheinen. Daran erkennt man, wie sehr wir uns schon an den Klimawandel gewöhnt haben und wie eindrücklich die Hitze-Sommer 2018 und 2019 sich in unser Gehirn gebrannt haben.

Der Klimawandel findet statt - genau jetzt

Der Juli war zu warm. Auch ohne Badewetter
Badewetter war im Juli ja eher selten. Dennoch war es zu warm.
© dpa, Thomas Warnack, warnack

Gefühlt war der Juli überhaupt kein richtiger Sommermonat. Ständig Regen und Gewitter, selten einmal hatte die Sonne freie Fahrt. Ein stabiles Hoch suchten wir vergebens, bzw. fanden es vielleicht am Mittelmeer.

Doch die Temperaturen lagen höher als im langjährigen Schnitt, das ist erstaunlich. Laut den Messungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) könnte der Juli knapp ein Grad zu warm ausfallen. Und das sogar in der neuen Vergleichsperiode (1991 bis 2020). Im Vergleich zum Mittel der Jahre 1961 bis 1990 war der Juli 2021 sogar deutlich zu warm. Das belegt einmal mehr: Der Klimawandel findet genau jetzt statt. Es wird einfach immer wärmer.

Juli war klar zu nass - viele Regenrekorde im Westen

Ein heftiges Unwetter mit Starkregen geht nieder
Immer häufiger kommt es zu Starkregen-Ereignissen. So auch m Juli 2021, auf unserem Bild in Berlin.
© imago images/Sabine Gudath, Sabine Gudath via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Sicherlich nicht überraschend ist schon jetzt die Aussage, dass der Juli deutlich zu nass war und bei den Niederschlägen vermutlich etwa 140 Prozent seines Sollwerts erreichte. Immer wieder gab es Unwetter mit Stark- und Extremregen, bis hin zu den enormen Niederschlagsmengen, die die Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen in der Monatsmitte auslösten.

Auch wenn bei den Niederschlägen vor der Katastrophe keine deutschlandweiten Allzeit-Rekorde eingestellt wurden, wurden einem Bericht der Klimatologen zufolge an einer ungewöhnlich großen Zahl von Stationen im Westen bisherige Rekorde weit übertroffen. Innerhalb weniger Stunden oder Tage wurde im Mittel über ganze Flusseinzugsgebiete das 1,5- bis 2-fache des mittleren Niederschlages im Juli bezogen auf die Referenzperiode 1991 bis 2020 erreicht.

Schon zum Zeitpunkt des Berichts in der vergangenen Woche stand fest, dass das Jahr 2021 unter den fünf mit den meisten Starkregenereignissen rangiert. Und es kommt ja noch einiges runter in den letzten Julitagen, zumindest in Süddeutschland.

Lese-Tipp: Klimawandel – wenn Extreme Normalität werden

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legen, können wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt. Vielleicht brauchen Sie aber auch unsere Langfristprognose von ECMWF und NOAA.

Damit Sie auch unterwegs kein Wetter mehr verpassen, empfehlen wir unsere wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte.

(osc)

Auch interessant