Wettbewerbsnachteil Quarantäne: Corona bremst Dynamo aus

Ein Fußball mit dem Logo des Fußball-Zweitligisten SG Dynamo Dresden. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa
© deutsche presse agentur

10. Mai 2020 - 12:00 Uhr

Zwei positive Tests bei Dynamo Dresden haben das Corona-Kartenhaus der Bundesligen teilweise zum Einsturz gebracht und die Machtlosigkeit der Fußball-Bosse vor Augen geführt. Statt auf den Neustart gegen Hannover 96 am 17. Mai hinzuarbeiten, befindet sich der Dresdner Kader sowie die Trainer und Betreuer seit Samstag für zwei Wochen in häuslicher Quarantäne. Das hat das Gesundheitsamt der sächsischen Landeshauptstadt entschieden.

"Wir haben in den zurückliegenden Wochen sowohl personell als auch logistisch einen enormen Aufwand betrieben, um alle vorgeschriebenen medizinischen und hygienischen Maßnahmen strikt umzusetzen", sagte Geschäftsführer Ralf Minge. Ein Fingerzeig, dass selbst der größte Aufwand wohl nicht ausreicht, damit der Fußball steril bleibt.

Schon nach der ersten Testreihe Anfang des Monats war ein Dynamo-Profi positiv auf das Coronavirus getestet worden. Während die zweite Reihe ausschließlich negative Resultate brachte, bekamen am Samstag zwei weitere Spieler eine Ansteckung von einem Labor in Jena bescheinigt. Namen gibt der Club nicht bekannt, den Kickern wurde Anonymität zugesichert.

Während nach dem ersten Fall nur der Spieler in Quarantäne geschickt worden war, zog das Gesundheitsamt nun offenbar die Notbremse. Denn obwohl die Spieler laut Dynamo in den vergangenen Tagen "medizinisch unauffällig" waren und "gegenwärtig weiterhin symptomfrei" sind, entschloss sich das Amt "nach einer intensiven Analyse der Situation" dazu, die gesamte Mannschaft aus dem Verkehr zu ziehen.

Für Christian Seifert ist das alles kein Problem. Der Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL) hat solch ein Szenario offenbar erwartet. "Wenn Dresden jetzt 14 Tage in die Quarantäne geht, dann ist das für den Moment noch kein Grund, die Fortführung der Zweiten Liga komplett in Frage zu stellen", sagte Seifert am Samstagabend im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF.

Schließlich seien von den 81 geplanten Spielen gerade einmal zwei betroffen, meinte Seifert. Neben dem Dynamo-Gastspiel in Hannover muss auch das Heimspiel gegen Greuther Fürth verschoben werden. "Aktuell bringt das unseren Zeitplan aber nicht ins Wanken", betonte Seifert. Allerdings gestand der 55-Jährige ein: "Klar ist, es gibt sicherlich eine Größe, dann ist das irgendwann nicht mehr machbar." Eine Zahl wollte Seifert auf Nachfrage nicht nennen.

Und Dynamo? Das Schlusslicht hat bereits jetzt einen Wettbewerbsnachteil. Denn während die Konkurrenz im Mannschaftstraining steckt und sich in zwei Spielen Wettkampfhärte holt, hocken die Spieler der Sachsen zu Hause. Es dürfte sehr unwahrscheinlich sein, dass Dresden nach der Quarantäne ein zweiwöchiges Mannschaftstraining genehmigt bekommt.

Quelle: DPA