Um dem Druck standzuhalten

Werder Bremen verstärkt sich im Abstiegskampf mit Mentalcoach und Psychologen

Sebastian Prödl und der SV Werder Bremen stecken wieder voll im Abstiegskampf. Foto: Carmen Jaspersen
Abstiegskampf
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Der letzte Stohhalm gegen den drohenden Abstieg?

Bundesligist Werder Bremen wappnet sich für eine baldige Fortsetzung der Bundesliga und stockt sein Team auf. Die Hanseaten verpflichten einen Mentaltrainer und einen Sportpsychologen, um geistig perfekt auf den Endspurt im Abstiegskampf vorbereitet zu sein.

Erfahrenes Personal steht bereit

Während der Psychologe Mathias Kleine-Möllhoff aus den eigenen Reihen kommt, wirbt Werder Mentaltrainer Jörg Löhr aus externen Kreisen an. Doch Löhr ist keineswegs ein unbeschriebenes Blatt: In einer ähnlich bedrohlichen Lage arbeitete er bereits 2011 für den Club an der Weser, zudem gab er der Handball-Nationalmannschaft 2007 die nötige geistige Unterstützung bei ihrem Weltmeistertitel. Durch die Corona-Krise könnte es für die beiden Neuverpflichtungen allerdings schwierig werden, direkt Einfluss auf die Mannschaft zu nehmen. Für Löhr ist eine Arbeit via Videoschalten jedoch unzureichend: "Der Funke muss überspringen, das geht nur mit persönlichem Kontakt." Es gehe außerdem darum, sich generell für ein Szenario für Geisterspiele vorzubereiten.

Werder geht mit Geist der Zeit

Als Traditionsverein mit einer unheimlich großen Anhängerschaft ist Bremen atmosphärisch gesehen einer der größten Verlierer, wenn im Weserstadion vor leeren Rängen gespielt wird. Vor der Unterbrechung hielten die treuen Fans der Bremer selbst nach desolaten Leistungen zu ihrer Mannschaft und stärkten ihr den Rücken. Diesen Job müssen nun Mathias Kleine-Möllhoff und Jörg Löhr übernehmen. Für beide gab es sicherlich schon einmal leichtere Aufgaben. Doch die Verpflichtungen könnten sich für die Hanseaten auszahlen: In den letzten Jahren zeigte sich, dass die Mentalcoaching im Profifußball immer mehr an Bedeutung gewinnt und zu teils hervorragenden Ergebnissen führt. Eine ganze Reihe an Studien aus der Sportwissenschaft belegen diese Effektivität.