Werder Bremen muss tief in die Tasche greifen

15 Millionen Euro für zwei Reservespieler

Davie Selke
© dpa, Carmen Jaspersen, jai

07. Juli 2020 - 13:42 Uhr

Davie Selke bleibt

Beim letzten Bundesliga-Spiel gegen Köln: nicht im Kader. Beim Relegations-Hinspiel gegen Heidenheim: auf der Bank. Auch im Rückspiel: keine Einwechslung. Die Rede ist von Bremens Stürmer Davie Selke. In der Winterpause aus Berlin ausgeliehen, sollte Selke bei Bremen in der Offensive den Unterschied machen. Doch der Knoten wollte nie so richtig platzen. Jetzt ist klar: In der nächsten Saison bekommt Selke an der Weser eine neue Chance.

Leihspieler aus Berlin bleibt an der Weser

Nach dem feststehenden Klassenerhalt des SV Werder Bremen kehrt Selke nicht zu Bundesliga-Konkurrent Hertha BSC zurück. Der 25 Jahre alte Angreifer wurde für eineinhalb Jahre an die Norddeutschen ausgeliehen, wäre bei einem Abstieg aber in diesem Sommer schon vorzeitig wieder nach Berlin gekommen.

Berlin winken zehn Millionen Euro

Damit kann Hertha weiter auf eine im Leihvertrag verankerte Kaufpflicht hoffen. Sollte Bremen auch 2021 nicht aus dem Oberhaus absteigen, müsste Werder Selke verpflichten und an den Hauptstadtclub zahlen. Die fällige Summe soll sich laut Medienberichten auf mindestens zehn Millionen Euro belaufen, bestätigt wurde die Zahl aber bisher nicht. So oder so ziemlich teuer für einen Spieler, den Trainer Florian Kohfeldt derzeit nicht berücksichtigt.

Was wird aus Ibisevic?

Dass Selke in Bremen bleibt, dürfte auch Einfluss auf die Kaderplanung der Berliner haben. Bei Hertha steht weiterhin eine Entscheidung über eine Vertragsverlängerung mit Kapitän Vedad Ibisevic aus. Der 35 Jahre alte Mittelstürmer ist seit Sommer 2015 bei der "Alten Dame" und hat in seiner Karriere in 339 Bundesligaspielen 126 Tore erzielt.

Der Kontrakt des Bosniers in Berlin ist zum Saisonende ausgelaufen. Ohne Selke im Hertha-Kader gibt es jedoch wieder Platz in der Offensivabteilung.

Auch der BVB profitiert

Auch Borussia Dortmund freut sich über einen in Corona-Zeiten willkommenen Transfererlös. Nach Werders Happy End in der Relegation gegen Heidenheim greift eine im bisherigen Leihvertrag verankerte Kaufverpflichtung der Norddeutschen für den bisher nur ausgeliehenen Ömer Toprak. Das bestätige der BVB. Dem Vernehmen kassieren die Dortmunder mehr als fünf Millionen Euro für den 30 Jahre alten Innenverteidiger.

Bremen hatte Toprak im Sommer 2019 ausgeliehen und sich dabei bereit erklärt, den Abwehrspieler ab einer bestimmten Anzahl von Pflichtspielen fest zu übernehmen. Diese Regelung galt jedoch nur für die Bundesliga. Nach der Rettung besitzt Toprak nun einen gültigen Vertrag mit Werder.

Er war nach einem im Februar erlittenen Anriss der Syndesmose erst zum Saisonfinale in den Bremer Kader zurückgekehrt und in der Relegation nicht zum Einsatz gekommen.

RTL.de/ dpa/ sid