Hausärzte warnen vor Engpass

Grippeimpfstoff in Schleswig-Holstein deutlich stärker nachgefragt

Impfdosen für die Grippeimpfung könnten knapp werden.
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22. September 2020 - 16:31 Uhr

Zusätzliche Belastung des Gesundheitssystems soll vermieden werden

Der Schutz gegen die klassische Influenza wird wie jedes Jahr empfohlen, allen voran den Risikogruppen. In diesem Jahr jedoch besonders, da eine zusätzliche Belastung des Gesundheitssystems inmitten der aktuellen Corona-Pandemie vermieden werden soll. Allerdings: Der Impfstoff könnte in Schleswig-Holstein knapp werden, berichten die Kieler Nachrichten.

Hausärzte aus Norddeutschland warnen

Thomas Maurer, der Vorsitzende des Hausärzteverbandes in Schleswig-Holstein, berichtet von einem deutlich erhöhten Bedarf an Impfungen. So gebe es einen größeren Ansturm auf die Grippeimpfung als sonst. Schon jetzt sei 50 Prozent mehr geimpft worden, als in den letzten Jahren, heißt es in den Kieler Nachrichten. Zwar habe man weitaus mehr Impfstoff bestellt als noch in den vergangenen Jahren - doch trotzdem könnte es hier im November und Dezember zum Engpass kommen. Auch die Praxis von Maurer selbst hat deutlich mehr Impfdosen bestellt als im Vorjahr – damals waren es 700 Stück, heute sind es 400 mehr. Seine Kollegen in Schleswig-Holstein haben ebenfalls mehr Bedarf. Insgesamt waren es laut Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KVSH) bereits im vergangenen Dezember – also noch vor der Corona-Pandemie – 472.000 angeforderte Dosen. Damit liege man knapp 20 Prozent über den Vorjahresmengen, heißt es von KVSH-Sprecher Nikolaus Schmidt.

Bundesweit steigen die Bestellungen

Zur aktuellen Grippesaison sind rund 25 Millionen Impfdosen bundesweit verfügbar, während es 2019/2020 im Vergleich nur 21,2 Millionen gewesen sind. Und dennoch würde auch die erhöhte Anzahl an Impfdosen im Zweifel aber nicht für die Impfung der ganzen gefährdeteren Bevölkerung in Deutschland ausreichen, heißt es von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts. Allein circa 40 Millionen wären notwendig, um zumindest jeden aus den Risikogruppen zu impfen. Ziel ist es nun, diejenigen zuerst zu impfen, bei denen das Risiko für einen besonders schwereren Verlauf der Influenza groß ist. Als solche gelten beispielsweise Senioren, Schwangere sowie Patienten mit chronischen Erkrankungen oder geschwächten Immunsystemen.