Müssen Fahrer großer Autos zukünftig mehr Parkgebühren zahlen?

Autos werden immer größer - Parkräume immer enger.
Autos werden immer größer - Parkräume immer enger.
© Zentralbild, Z5311 Jens Wolf

22. Mai 2018 - 19:15 Uhr

Verkehrsexperte will Fahrer großer Autos zur Kasse bitten

Es ist oft nervenaufreibend im Parkhaus: Die Autos werden immer größer – die Parkräume immer enger. Doch wie lässt sich dieses Problem lösen? Der Duisburger Professor Ferdinand Dudenhöffer schlägt jetzt vor, dass Fahrer großer Autos fürs Parken mehr bezahlen sollen.

Scanner sollen Größe des Autos messen und Parkgebühren berechnen

Ferdinand Dudenhöffer
Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer.
© deutsche presse agentur

Als Ziel setzt sich der Verkehrsexperte vor allem, die Besitzer kleinerer Pkw vor Benachteiligungen zu schützen. Dudenhöffer stellt sich das folgendermaßen vor: An den Einfahrten zu Parkhäusern sollen Scanner aufgestellt werden, die die Größe eines Fahrzeuges messen und daraufhin die Höhe der Parkgebühr berechnen. "Von Fahrern großer Autos höhere Parkgebühren zu verlangen, ist nichts Unanständiges. Sie zahlen ja auch mehr für Sprit", sagt Dudenhöffer im Gespräch mit der 'Westdeutschen Allgemeinen Zeitung'.

Dudenhöffer bemängelt, dass die Maße der Parkplätze in älteren Parkhäusern und Tiefgaragen für die immer breiter werdenden Autos nicht mehr ausreichen. Das ergab eine Studie seines 'CAR'-Instituts. Demzufolge sei die Breite der Neuwagen seit 1990 im Durchschnitt angestiegen. Die Bemessung eines Parkplatzes orientiert sich hingegen immer noch an der Breite eines VW Käfers und muss 2,30 Meter betragen. Da der Trend aber zu größer werdenden Autos tendiert, fordert das Land NRW seit Anfang 2017, dass Stellplätze in neuen Parkhäusern eine Breite von 2,45 Meter haben müssen.

Großer Wachstumsschub bei Kleinwagen

"Um Airbags und Fahrassistenzsysteme in den Pkw unterzubringen, braucht man diese Breiten nicht", kritisiert Dudenhöffer. Bei nahezu jedem Modellwechsel würden vom Hersteller größere Autos auf den Markt gebracht. Den größten "Wachstumsschub" sehe der Professor aber nicht bei den oft kritisierten SUV, sondern auch bei Kleinwagen. Mittlerweile sei der Opel Corsa mit 1,75 Metern breiter als der meistverkaufte Kompaktwagen VW Golf vor 27 Jahren. Die Krone setzt sich unter den Herstellern jedoch Ford auf: Die Modelle seien im Schnitt 1,85 Meter breit.

Ob die Forderung des Autoprofessors aber letztendlich Anwendung findet, steht noch in den Sternen.