Wer wird nächster Kanzlerkandidat der Union? Das sagen die Teilnehmer vom Deutschlandtag der Jungen Union

6. Oktober 2018 - 21:20 Uhr

Die schlechten Umfragewerte waren DAS Thema des Deutschlandtages der JU in Kiel

Beim Deutschlandtag der Jungen Union (JU) in Kiel war heute mächtig was los. Nicht nur Angela Merkel war als Gast geladen, sondern auch Gesundheitsminister Jens Spahn und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. Das große Thema: Wie kann man das Ansehen der Union nach den schlechten Umfragewerten gerade angesichts der anstehenden Wahlen in Bayern und Hessen wieder bei den Wählern stärken? Zeitgleich haben sich die Teilnehmer des Deutschlandtages der JU schon heute die Frage gestellt, wer der nächste Kanzlerkandidat der Union werden wird - Merkel wird es ihrer Meinung nach wohl nicht. Wer dann? Unsere Reporterin Nadine Schullerus und Micha Knodt von der MIT Bundesgeschäftsstelle verraten es Ihnen im Video!

Angela Merkel ruft zu mehr Frieden innerhalb der Union auf

Auch wenn Kanzlerin Angela Merkel nicht als nächste Kanzlerkandidatin innerhalb der JU angesehen wird, war sie doch wieder ein gern gesehener Gast beim Deutschlandtag und erhielt wohlwollenden Beifall. Bei ihrer Rede appellierte sie an CDU und CSU, "dass wir uns jetzt an die Wähler wenden und nicht miteinander Fingerhakeln machen". Viele Wähler hätten sich noch nicht entschieden. Sie würden es aber nicht gutheißen, wenn es Streit gebe und sie noch nicht einmal verstünden, um was es gehe.

Die anhaltenden Personaldebatten und Schuldzuweisungen in der CSU zwischen Parteichef Horst Seehofer und Ministerpräsident Markus Söder sorgen in der Union für Nervosität eine Woche vor der Wahl in Bayern und drei Wochen vor der Abstimmung in Hessen. Nach jüngsten Umfragen müssen CSU und CDU mit schweren Verlusten rechnen. Merkel hob hervor, die heutige Zeit sei "extrem entscheidend für die Weiterentwicklung von CDU, von CSU, unseres Parteiensystems insgesamt". Und daran sollen nun auch die Wahlhelfer der Jungen Union anknüpfen und helfen, fleißig Stimmen zu sammeln.

Alles dreht sich nun um den Zusammenhalt zwischen CDU und der CSU

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rief die Union zu Zusammenhalt auf. "Wir als Union, wir wollen uns nicht spalten lassen, nicht als Partei, nicht als Land, nicht als Bürger. Wir wollen Zusammenhalt durch Zuversicht", rief Spahn den Delegierten und Gästen auf dem Deutschlandtag zu. Natürlich würden auch ihn die Umfragen umtreiben. Es gelte jetzt, auf Sachthemen zu setzen, Veränderungen anzustoßen und zu gestalten.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt erinnerte nach den erbitterten Streitigkeiten an die Gemeinsamkeiten der Schwesterparteien. "Die Gemeinsamkeit von CDU und CSU ist unverrückbar, auch wenn wir uns im Detail mal unterscheiden", sagte er. Die CSU gibt vor allem Merkel und ihrer großen Koalition die Schuld an den miserablen Umfragewerten in Bayern. Dennoch hielt sich Dobrindt in seiner Rede mit Kritik und Schuldzuweisungen an die Kanzlerin sehr zurück. Merkel ihrerseits bezeichnete den lang anhaltenden Streit mit der CSU über die Migrationspolitik als Ursache für die schlechten Umfragewerte vor den beiden Landtagswahlen. Dobrindt sagte, die Union verstehe sich als Heimat für ein großes bürgerliches Spektrum, das von der Mitte bis zur demokratischen Rechten reiche.