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Wer lädt eigentlich die ganzen E-Scooter wieder auf?

Juicer: Wer lädt die ganzen E-Scooter wieder auf?
Juicer: Wer lädt die ganzen E-Scooter wieder auf? Ganz neuer Beruf 01:39

Sie machen nachts Kohle durch Strom

Ganz Deutschland diskutiert über E-Scooter: Vor allem das Sicherheitsrisiko, aber auch Punkte wie vollgestellte Gehwege und die Nachhaltigkeit der kleinen Flitzer sorgen für erhitzte Gemüter. Viele freuen sich aber über die neue Transportmöglichkeit – vor allem sogenannte „Juicer“: Menschen, die die Elektroroller mit leerem Akku einsammeln, wieder aufladen und sich so Geld dazuverdienen – quasi über Nacht. Aber kann sich das lohnen? Ein Juicer nimmt uns im Video mit auf seine nächtliche Tour.  

Vier Euro pro „Volltankung“

Die „Juicer“ – frei übersetzt „Saftgeber“ – gibt es nicht bei jedem Hersteller. So arbeitet die Firma „Tier“ ausschließlich mit professionellen Logistikunternehmen zusammen, um ihre Roller mit neuem Strom zu versorgen. Andere, etwa „Lime“, setzen dafür auf Privatpersonen. Diese können sich per App um den Job bewerben. Die Kriterien: Führerschein, Mindestalter 18 Jahre und ein Auto, um die Roller transportieren zu können. Rund vier Euro gibt’s pro aufgeladenem E-Scooter – Strom- und Transportkosten kommen dabei aus eigener Tasche.

Gewerkschaftsbund ist alarmiert

Katja Karger vom Deutschen Gewerkschaftsbund hält von dieser neuen Berufsart nicht viel: „Wenn den Juicern irgendetwas auf der Fahrt passiert, ist das ihr Privatvergnügen. Sie verdienen viel zu wenig, um davon in irgendeiner Art und Weise leben zu können, auch ihre Sozialversicherung werden sie davon nicht bezahlen können. Sie haben die Geräte zu Hause und die Gefahr wird auf die Juicer abgelegt.“

Der Hersteller „Lime“ sieht das nicht so eng: „Es handelt sich dabei um eine flexible Gelegenheit, sich neben der Arbeit oder dem Studium etwas dazuzuverdienen“, so Sprecherin Josefine Gräbe. Aber deckt die Arbeit der Juicer auch den Mindestlohn ab? Ja, sagt Gräbe, denn die Vergütung sei „marktüblich“.

Für Juicer, die im großen Stil Roller einsammeln und ihnen neuen Saft geben, mag sich der Nebenjob lohnen. Doch zum Beispiel bei Firmen, die pro Nacht nur die Aufladung von maximal zehn Rollern pro Person erlauben, ist das fraglich.

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