Lauf, Lisa, lauf! Mein erster Halbmarathon

Wenn die Wade ausgerechnet im Urlaub zwickt: erst Lauflust, dann Lauffrust

© RTL, Lisa Uriel

14. September 2019 - 15:04 Uhr

Von Lisa Uriel

21 Kilometer, Halbmarathon – für eine Gelegenheitsjoggerin eine echte Herausforderung! Aber genau die will ich jetzt annehmen. Am 13. Oktober will ich in Köln genau diese Strecke laufen. Und wenn möglich: nicht als Letzte im Ziel ankommen. In den nächsten Wochen schreibe ich hier in meiner Kolumne, wie ich mich auf den großen Tag vorbereite, wie groß der Schweinehund sein kann und wie ich mich trotz zwickender Knie und eingeschlafener Füße zum Training aufraffe.

Der Trainingsplan steht auch im Urlaub

Wow, das ist wirklich ein tolles Gefühl! Obwohl ich immer noch im Urlaub bin und sich mein innerer Schweinehund am liebsten eingeölt in der Sonne brutzelnd in ein saftiges Stück Bacon verwandeln würde, habe ich mir früh morgens den Wecker gestellt. Und stehe jetzt eine Minute nach der offiziellen Öffnungszeit des Hotel-Fitnessstudios auf dem Laufband. Heute will ich das erste Mal 15 Kilometer schaffen. In 90 Minuten.

Ich stelle mir schon mal vor, wie ich mir das Frühstück danach schmecken lasse und laufe los. Erst gemächlich, dann steigere ich das Tempo. Meine Lauf-Playlist beschallt mich mit den immer gleichen, objektiv wohl zweifelhaften, mich aber sehr glücklich machenden Songs (Wie bitte kann man "Danza Kuduro" nicht lieben?).

Und dann – Ende. Ich habe es geschafft. Noch nie bin ich so eine lange Strecke gelaufen. Ich bin das erste Mal so richtig, richtig stolz. Und will nach einem Tag Pause direkt weitermachen. Mein Plan: Intervalle laufen, das Tempo dabei immer weiter steigern. Tja. So zumindest meine Idee. Die ich nach 20 Minuten schmerzerfüllt begraben muss.

Jeder Schritt schmerzt: Ein paar Tage Pause müssen sein

Lisa Uriel auf dem Weg in den Urlaub.
Lisa Uriel trainiert auch im Urlaub weiter für ihr Ziel: den Halbmarathon zu schaffen.
© RTL, Lisa Uriel

Denn meine linke Wade tut weh. Nicht nur so ein bisschen Muskelkater, sondern ein ordentlicher Druck, der bis ins Schienbein ausstrahlt. Jeder Schritt schmerzt. Also breche ich mein Training genervt ab und frage Dr. Google. Und meinen Marathon-erfahrenen Kollegen Andreas, der mir seit Wochen mit guten Tipps zur Seite steht. Und sogar meinen Freund, der ehemaliger Leistungssportler ist und auf den ich aus Prinzip eher selten höre.

Aber alle raten das Gleiche: Mach Pause! Nicht in den Schmerz laufen! Schone dich ein paar Tage. Dazu noch viel Dehnen, am besten bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Und abwechselnd warme und kalte Wickel um die Wade, um die Durchblutung anzuregen. Ein bisschen Schwimmen oder Aquajogging gehe auch – aber eben: Nicht laufen.

Das fällt mir nach meinem letzten Erfolgserlebnis verdammt schwer. Und ich habe Angst, in meinem Trainingsstand zurückzufallen. Aber auch da sind sich alle von mir befragten (und ergoogelten) Experten einig: Ein paar Tage Pause werfen mich nicht zurück. Also: Bein hochlegen – zum Dehnen. Und auf den nächsten Lauf freuen.