Einen Verletzten gibt es bereits

Wenn die Ernte lebensgefährlich wird: Unbekannte verstecken Metallteile im Maisfeld

06. Oktober 2020 - 17:55 Uhr

"Ich bin entsetzt und ich verstehe es nicht!"

In Schleswig-Holstein verstecken Unbekannte Metallteile in Maisfeldern. Gerade jetzt zur Erntezeit geht davon eine akute Gefahr für Maschine und Mensch aus. Landwirte und Unternehmer sind besorgt – wer will Ihnen etwas Böses? Im Video sehen Sie, wie sich Landwirt Matthias Söhrn aus Beldorf vor weiteren Attacken schützen will.

Neid oder persönlicher Angriff?

Die im Mais versteckten Metallteile sind alles andere als harmlos: Denn während der Erntezeit sind sie für die Fahrer kaum zu erkennen, können in die riesigen Häcksel-Maschinen geraten und mit Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h geradezu herausgeschossen werden. "Diese Dinger, die fliegen dann, ich behaupte mal, bis zu 100 Meter durch die Gegend und das ist natürlich brandgefährlich", erzählt Hans-Jürgen Kock. Der Lohnunternehmer ist sehr um die Sicherheit seiner Mitarbeiter besorgt. Gleich zwei Mal innerhalb einer Woche ist einem seiner Fahrer ein Metallteil in den Häcksler geraten. Verletzt wurde dabei niemand.

Kein harmloser Spaß

In einem anderen Betrieb wurde ein Kollege tatsächlich leicht verletzt. Ein Bolzen geriet in den Häcksler, flog durch die Luft und durchschlug dann die Scheibe eines Treckers. "Wäre dieses Geschoss vielleicht auch zwei, drei, vier Zentimeter weiter Richtung Fahrer gegangen, dann hätte das noch viel bitterer ausgehen können", sagt Sönke Peterson von der Polizei Neumünster.

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10.000 Euro Belohnung

Durch die beschädigten Maschinen hat Hans-Jürgen Kock bereits einen Sachschaden von 50.000 Euro erlitten. Der Lohnunternehmer bittet um Hinweise, damit der oder die Täter möglichst schnell gefasst werden  – und stellt sogar eine Belohnung von 10.000 Euro in Aussicht. "Wir sind alle so stinksauer. Wir wollen diese Täter haben. Die gehören in den Knast." Auch die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Zusätzliches Absuchen der Felder vor der Ernte soll dabei helfen, dass die Metallteile gar nicht erst zur Gefahr werden können.

Die Hintergründe sind noch ungeklärt

Wer will den Landwirten so sehr schaden, dass er sogar Menschenleben aufs Spiel setzt? Hans-Jürgen Kock kann nur spekulieren. "Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, was es sein könnte. Ob es Neid ist, ob es Missgunst ist, ob irgendeinen irgendetwas stört, ob es gegen mich persönlich geht oder gegen den Kunden geht, kann ich wirklich nicht sagen. Ich verstehe es nicht. Ich bin entsetzt und ich verstehe es nicht."

Es ist nicht das erste Mal

Bereits 2018 fand der Landwirt Dirk Andresen aus Schaalby (Kreis Schleswig-Flensburg) einige Metallstangen in seinem Maisfeld. Glücklicherweise wurde auch damals niemand verletzt, die Metallteile konnten noch rechtzeitig entdeckt werden. Genau wie im aktuellen Fall stellte Andresen eine Anzeige gegen Unbekannt und setzte eine Belohnung von 10.000 Euro für Hinweise aus – allerdings ohne Erfolg.

Auch in anderen Bundesländern gibt es ähnliche Fälle – aktuell sucht auch ein Landwirt in Argenbühl in Baden-Württemberg nach Hinweisen auf die Unbekannten, die mehrfach Metallteile in seinen Feldern versteckt haben.