Statistik

Weniger Verurteilungen vor Thüringer Gerichten

Die Zahl der von Thüringer Gerichten verurteilten Straftäter nimmt weiter ab. Im vergangenen Jahr mussten sich 22 077 Menschen wegen einer oder mehrerer Straftaten oder Vergehen vor einem Richter verantworten, wie das Statistische Landesamt am Freitag in Erfurt mitteilte. Gegen 17 144 Angeklagte sei eine Freiheits- oder Geldstrafe, Strafarrest oder Jugendstrafe verhängt worden. Im Vergleich zu 2020 gab es damit 4,2 Prozent weniger rechtskräftig Verurteilte. Somit habe sich die seit Jahren anhaltende rückläufige Entwicklung weiter fortgesetzt.

Die Verurteilungsquote lag den Angaben zufolge mit 77,7 Prozent geringfügig unter der des Vorjahres (2020: 79,0 Prozent). Die meisten Verurteilungen erfolgten mit 23,1 Prozent wegen Vermögens- und Eigentumsdelikten wie Betrug und dem Erschleichen von Leistungen, gefolgt von Straftaten im Straßenverkehr (21,8 Prozent). Wegen Drogendelikten seien im vergangenen Jahr 2333 Angeklagte schuldig gesprochen worden. Das sei ein Anstieg um 7,9 Prozent.

Von den Verurteilten waren im vergangenen Jahr 2858 Ausländer. Das entspreche einem Anteil von 16,7 Prozent und sei die bisher höchste Zahl von Verurteilungen von Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Vor zehn Jahren habe der Anteil noch bei 5,5 Prozent gelegen. Zu beachten sei dabei aber auch, dass sich die Zahl der ausländischen Bevölkerung in diesem Zeitraum ebenfalls verändert habe.