Er selbst sieht das ganz anders

"Weniger Termine als ein Erstklässler": Donald Trumps Terminkalender veröffentlicht

© REUTERS, YURI GRIPAS, YG

11. Februar 2019 - 11:38 Uhr

Haare frisieren, Bräunungscreme auftragen?

Donald Trump stellt sich gern als den großartigsten Präsidenten aller Zeiten dar. Doch daran gibt es Zweifel. Nun sind Teile von Trumps Terminkalender an die Öffentlichkeit gelangt - ein gefundenes Fressen für die Kritiker des Präsidenten. Ein Erstklässler habe mehr zu tun, lästern sie. Trump hält dagegen.

Mehr als die Hälfte der Zeit zur freien Verfügung

So selbstverliebt wie Donald Trump war wohl noch kein US-Präsident vor ihm. Zumindest nicht so unverblümt und offen. Doch seine Gegner finden das lächerlich. Nun haben sie neue Munition im Dauerzwist mit dem Mann im Weißen Haus: Seinen Terminplan. Denn der ist so übersichtlich, dass Trump angeblich weniger Termine als ein Erstklässler hat, wie CNN lästert.

Was ist da los? Jemand aus Trumps Verwaltung hat Auszüge aus seinem Terminkalender an die Presse weitergeben. Daraus geht hervor, dass Trump an den meisten Tagen erst um 11 Uhr den ersten Termin hat. Mehr als die Hälfte seiner Arbeitszeit sei Zeit zur freien Verfügung, wo niemand so genau wisse, was er tut. In US-Medien heißt es, Trump sehe zwischen 8 und 11 Uhr fern, lese die Zeitungen und rufe Berater und Politiker an. Und twittert.

Trumps Gegner lästern: Haare frisieren, Bräunungscreme auftragen

Die Terminpläne riefen besonders bei Trump-kritischen Medien Spott hervor. CNN fragt, ob Trump wohl in den Stunden vor dem ersten Termin sein Haar frisiere oder Bräunungscreme auftrage. Wenn Trump nicht auf Reisen sei, wirkten die Terminpläne "weniger voll als die eines Erstklässlers".

Das will der Präsident nicht auf sich sitzen lassen. Am Sonntag twitterte er gegen seine Kritiker an: "Ich arbeite wahrscheinlich mehr Stunden als fast alle früheren Präsidenten", schrieb er. Trump fügte hinzu: "Tatsache ist, als ich als Präsident übernommen habe, war unser Land ein Chaos." Er habe daher gar keine andere Wahl gehabt, als sehr viel zu arbeiten.

Na, ob er da nicht wiedermal maßlos übertreibt? US-Medien berichten, der Terminplan von Präsident George W. Bush sei über Monate hinaus ausgebucht gewesen. Auch sei Bush immer ab 6.45 Uhr im Büro gewesen. Der Terminplan seines Vater und Vor-Vorgängers im Amt, George H.W. Bush, sei in Zehn-Minuten-Intervallen getaktet gewesen. Trumps Vorgänger Barack Obama habe an einem typischen Arbeitstag sechs Meetings gehabt.