Weniger Sozialwohnungen im Saarland

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14. August 2019 - 6:40 Uhr

Der Bestand an Sozialwohnungen ist auch im Saarland rückläufig. Ende 2018 gab es im kleinsten Flächenland Deutschlands nur noch 530 Sozialwohnungen. Das waren 305 weniger als ein Jahr zuvor, wie aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage aus der Linksfraktion hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Der Rückgang sei "im Wesentlichen durch das planmäßige Auslaufen der Belegungsbindungen der volumenstarken Förderprogramme der 1990er Jahre und der Förderjahrgänge 2003 bis 2006 zu erklären", teilte das Bauministerium in Saarbrücken mit. Die betreffenden Wohnungen würden danach nicht vom Markt verschwinden, sondern stünden, oft im Eigentum kommunaler Siedlungsgesellschaften, weiter der sozialen Wohnraumförderung zur Verfügung.

Die beiden größten kommunalen Siedlungsgesellschaften in Saarbrücken und Neunkirchen verfügten über rund 8700 Wohnungen, hieß es. Hinzu kämen rund 1200 Wohnungen, die das Land in den vergangenen Jahren im Zuge des Wohnbaus für Flüchtlinge gefördert habe. Diese stünden auch Haushalten mit niedrigem Einkommen zur Verfügung.

Zudem sei mit einem Aktionsprogramm "Wohnraumförderung" im ersten Halbjahr dieses Jahres die Schaffung von rund 100 Wohnungen unterstützt worden. Diese sollen in den nächsten beiden Jahren an den Markt kommen, teilte das Ministerium mit. Insgesamt rechne man mit 500 neuen Einheiten im sozialen Wohnraum in den nächsten Jahren.

In Deutschland fielen auch im vergangenen Jahr viele Wohnungen für Bedürftige weg. Ende 2018 gab es mit rund 1,18 Millionen Sozialwohnungen bundesweit fast 42.500 weniger als noch ein Jahr zuvor. Der Statistik zufolge fielen rund 70.000 Sozialwohnungen aus der Bindung, gut 27.000 wurden neu gebaut.

Bei Sozialwohnungen in Deutschland sind die Mieten staatlich reguliert. Nur Menschen, bei denen die Behörden einen besonderen Bedarf sehen, dürfen dort wohnen.

Quelle: DPA