Weniger Bundesfreiwillige in Sachsen-Anhalt

Ein junger Mann, der ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert, hilft einer Bewohnerin einer Wohngemeinschaft für Demenzkranke. Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild
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18. Februar 2020 - 8:00 Uhr

Sie unterstützen in Krankenhäusern und Altenheimen, aber auch in Sachen Umweltschutz, Sport und Kultur - jedes Jahr absolvieren Tausende Menschen einen Bundesfreiwilligendienst. Im vergangenen Jahr haben sich weniger Menschen für diese Tätigkeiten entschieden. In Sachsen-Anhalt waren es im Schnitt der Monate 1877 Frauen und Männer, wie das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben mitteilte. Im Jahr 2018 hatte der Schnitt noch bei gut 2100 Bufdis im Land gelegen. Bundesweit ging die Zahl der Bundesfreiwilligen von durchschnittlich 41.190 auf rund 39.200 zurück. Warum die Zahlen rückläufig sind, konnte das Bundesamt nicht gesichert sagen.

Die Freiwilligen - teilnehmen können junge wie ältere Menschen - bewerben sich immer direkt bei den Einsatzstellen. In der Regel dauern die Einsätze zwölf Monate, können aber auch verkürzt oder verlängert werden. Die Bufdis erhalten im Gegenzug ein Taschengeld, einen Freiwilligenausweis, ein Zeugnis sowie kostenlose Seminare und eine umfangreiche Betreuung. Der Bundesfreiwilligendienst war nach dem Aussetzen der Wehrpflicht zum 1. Juli 2011 auf den Zivildienst gefolgt.

Der größte Einsatzbereich sei traditionell der soziale Sektor etwa mit Krankenhäusern, Altenheimen und Einrichtungen für Menschen mit einer Behinderung, erklärte eine Sprecherin. Aber auch anderen Einsatzbereiche wie Umweltschutz, Kultur, Sport oder Integration seien weiterhin beliebt.

Ein Faktor für den Rückgang könnte laut Bundesamt sein, dass Ende 2018 das Sonderprogramm Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug ausgelaufen ist. Darüber waren seit Ende 2015 für einen befristen Zeitraum zusätzliche Plätze in dem besonderen Einsatzbereich angeboten worden. "Die rückläufigen Zahlen lassen sich vielleicht auch darauf zurückführen, dass nicht alle Einsatzstellen, die sich seinerzeit intensiv in der Flüchtlingshilfe engagiert haben, danach weiterhin Plätze im regulären Bundesfreiwilligendienst angeboten haben", erklärte die Sprecherin. Es könnten auch andere Faktoren wie der demografische Wandel, wirtschaftliche Entwicklungen oder kommunale Angebote eine Rolle spielen.

Der Blick auf die Statistik zeigt, dass in Sachsen-Anhalt von insgesamt 1828 Bundesfreiwilligen rund 830 Frauen und knapp 790 Männer waren. Es waren rund 550 Menschen unter 27 Jahre im Dienst, hinzu kamen mehr als 620 Frauen und Männer zwischen 27 und 50 Jahren. Knapp 580 waren zwischen 51 und 65 Jahren alt. Bei den über 65-Jährigen lag die Zahl immerhin noch bei 77.

Quelle: DPA