Wenig originell: VW streicht zehntausende Stellen für den Zukunftspakt

20. November 2016 - 8:40 Uhr

Ein Kommentar von Daniel Speth

Am Ende ist dem VW-Konzern vielleicht tatsächlich keine andere Wahl geblieben. Der Autoriese aus Wolfsburg baut in den kommenden Jahren etwa 23.000 Stellen ab. Sozialverträglich natürlich, zum Beispiel über Altersteilzeit und – Obacht! – ohne betriebsbedingte Kündigungen beim Stammpersonal.

Wir sehen hier trotzdem wieder einmal das Allheilmittel der deutschen Wirtschaft: Wenn das Management strategische Fehler macht und außerdem Faktoren wie der Abgasskandal hinzukommen, fällt den Entscheidern dafür meist reflexartig nur eine Lösung ein: Stellen kürzen. VW hat es in den vergangenen Jahren verpasst, sich an neue Trends anzupassen. Die Wolfsburger haben es zum Beispiel nicht geschafft, neue Antriebstechniken zu entwickeln – im Bereich Elektro-Mobilität hinkt der Konzern weit hinterher. Der Rückstand zur internationalen Konkurrenz muss im Hau-Ruck-Verfahren aufgeholt werden. Dafür braucht es jetzt das Geld – auf der Stelle!

Dieselskandal belastet zusätzlich

Dazu kommt der Dieselskandal. Selbstverständlich: Auch andere Unternehmen haben bei ihren Abgaswerten betrogen. Das macht das Verhalten von Volkswagen aber nicht besser. Die Folge: Umsatzeinbrüche und horrende Strafzahlungen in den USA.

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VW-Manager werden fürstlich entlohnt

So bleibt der fade Beigeschmack, dass für die Fehler des Managements Menschen büßen müssen, die mit den Fehlentscheidungen nichts zu tun hatten. VW-Manager werden fürstlich entlohnt: Noch 2013 verdienten sie im Durchschnitt 170-mal so viel wie ein einfacher Angestellter. Bei einem derartigen Missverhältnis sollten zumindest in Zukunft andere Lösungen möglich sein, als die Fehler der Unternehmensführung auf dem Rücken der Belegschaft glattzubügeln.