Gekauftes Sommermärchen 2006

Wende im WM-Skandal? DFB-Präsident Fritz Keller kündigt „etwas Neues“ an

22.02.2020, Baden-Württemberg, Freiburg: Fußball: Bundesliga, SC Freiburg - Fortuna Düsseldorf, 23. Spieltag im Schwarzwaldstadion. DFB-Präsident Fritz Keller gibt ein Statement zum Anschlag in Hanau. Foto: Patrick Seeger/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gem
DFB-Präsident Fritz Keller
pse hak, dpa, Patrick Seeger

„Wir sind ganz nah dran“

14 Jahre ist es nun schon her – das Sommermärchen 2006 mit der Weltmeisterschaft im eigenen Land. Seitdem wurde der Schatten über der sonnigen Fußball-Geschichte immer größer, Millionenzahlungen gaben Rätsel auf. DFB-Präsident Fritz Keller kündigt nun an, dass eine neue Kommission „ganz nah dran“ ist, Licht ins Dunkle zu bringen.

Keller will Sommermärchen 2006 endlich den Schatten nehmen

„Es wird etwas Neues geben“, kündigte Keller groß im dpa-Interview anlässlich seines einjährigen Dienstjubiläums an. Und das klingt nicht nach einem leeren Versprechen: „Damals herrschte zugegebenermaßen ein anderer Zeitgeist. Trotzdem sind hier große Fehler gemacht worden, und es ist jetzt an der Zeit, diesem Jahr 2006, diesem Leuchtturm des deutschen Fußballs, den letzten Schatten zu nehmen.“

Der 63-Jährige will endlich das Rätsel um die 6,7 Millionen Euro aufdecken, die hinter verschlossenen Türen rund um die WM-Vergabe geflossen sind. Daher auch sein erneuter Appell: „Wir appellieren weiterhin an alle, die etwas zur Aufklärung beisteuern können, sich zu beteiligen.“

Bildnummer: 02092607  Datum: 13.11.2004  Copyright: imago/Photo2000FIFA Weltpokal vor dem Logo der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland; Vdig, quer, Trophäe, Pokal, Weltmeisterpokal, Weltmeistertrophäe, Weltmeisterschaftspokal, Weltmeisterschaftstro
Deutschland feierte im Sommer 2006 ein großes Fußball-Fest - aber das war wohl nur durch eine Millionenzahlung möglich.
imago sportfotodienst

Nach Verjährung: Fall muss durch Kommission gelöst werden

Fakt ist: Vor Gericht wird der Fall nicht mehr geklärt, die Verjährung war während der Corona-Krise unumgänglich. Zu den Angeklagten zählten u.a. die beiden Keller-Vorgänger Wolfgang Niersbach und Theo Zwanziger.

Keller ist dennoch sehr optimistisch, dass der „Schatten“ nun endlich vom Turnier 2006 genommen werden kann: „Wir alle hoffen sehr, dass uns das gelingt. Wie mir berichtet wird, sind wir ganz nah dran.“