Wende im jahrelangen Mietstreit: Raucher Friedhelm Adolfs muss nicht ausziehen

29. September 2016 - 12:46 Uhr

Die Zeugen beschrieben die Situation im Haus sehr unterschiedlich

Das Landgericht Düsseldorf hat entschieden: Der Raucher Friedhelm Adolfs muss seine Wohnung nicht räumen. Die Vermieterin hatte dem Mann nach mehr als 40 Jahren fristlos gekündigt, weil er die Nachbarn mit seinem Zigarettenqualm unzumutbar belästigt habe. Das Gericht wies die Klage der Vermieterin ab. Sie versuchte seit Jahren den Raucher aus der Wohnung zu werfen. Nach dem Tod seiner Frau soll der Mieter kaum noch gelüftet haben. Der Rauch sei in den Hausflur gezogen.

Der spektakuläre Rechtsstreit, der als 'Kippen-Krieg' bekannt wurde, um den Rauswurf des 78-Jährigen hatte sich über Jahre hingezogen. Der Rentner war zuvor bereits zweimal vor Gericht gescheitert. Damals hieß es, Adolfs habe die Nachbarn mit dem Rauch unzumutbar belästigt und ihre Gesundheit gefährdet. Zuletzt hatte der Bundesgerichtshof die Urteile aufgehoben und eine umfassende Beweisaufnahme in dem Fall angeordnet. Das neueste Urteil ist noch nicht rechtskräftig, eine weitere Wende in dem Fall gilt aber als unwahrscheinlich. Das gericht ließ keine Revision zu.

Das Verfahren wird als Präzedenzfall für das Zusammenleben von Rauchern und Nichtrauchern unter einem Dach gewertet. Grundsätzlich dürfen Mieter in ihrer Wohnung rauchen. Wenn der Vermieter nachweisen kann, dass der Zigarettenqualm eine Gefährdung für die übrigen Hausbewohner darstellt, ist eine Kündigung gerechtfertigt. Die geladenen Zeugen machten während der Verhandlung gegensätzliche Aussagen von der Situation im Haus, wo Adolfs lebte. Darum urteilte das Gericht nun zugunsten des Rauchers. Es sah keine Beweise, dass der Raucher den Hausfrieden gravierend gestört habe.