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Weltweite Wüstenbildung: Grüne Mauer in der Sahelzone - So kämpft Afrika gegen Desertifikation

Rettung durch grüne Mauer?

Kampf gegen die Wüste: Bäume können Leben retten

Afrikas Grüne Mauer wächst zu langsam Bäume, die Leben retten
01:08 min
Bäume, die Leben retten
Afrikas Grüne Mauer wächst zu langsam

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von Christian Häckl und Silvia Soyter

Die Weltbevölkerung steht vor einem großen Problem: Die Wüsten breiten sich aus. Das bedroht nicht nur den Lebensraum von vielen Menschen, sondern auch ihre wirtschaftliche Existenz. In Nordafrika gibt es seit 15 Jahren ein Projekt, das eine gigantische grüne Mauer von Ost nach West ziehen will, um die Wüste in ihre Schranken zu weisen. Auch Deutschland könnte sich hier etwas für eine grüne Zukunft abgucken.

Im Video: Wo genau die Mauer aus Bäumen durch Afrika verlaufen soll und welche Probleme bereits gepflanzte Bäume haben, zeigt Christian Häckl im Klima Update.

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Warum in Afrika eine riesige „Grüne Mauer“ entsteht

Frau pflanzt im Rahmen des "Great Green Wall" Projektes neue Bäume in der Sahelzone.
Diese Bäume könnten Leben retten: Die "Grüne Mauer", die in der Sahelzone entstehen soll, kann die Wüstenausbreitung verhindern und Ackerflächen wieder fruchtbar machen.
picture alliance

Klimawandel und Dürreperioden haben dazu geführt, dass rund ein Drittel der Landflächen weltweit Trockengebiete sind. Wenn in genau diesen Bereichen die natürlichen Ressourcen durch Menschen überbeansprucht werden, breiten sich die Trockengebiete aus und laufen Gefahr Wüsten zu werden.

Viele afrikanische Länder kennen dieses Problem allzu gut: Eine Kombination aus Überbeanspruchung der Anbaugebiete, Abholzung der Wälder und hohem Wasserverbrauch sowie langen Dürreperioden hat dazu geführt, dass sich die Sahara im Norden des Kontinents Stück für Stück ausbreitet. Im letzten Jahrhundert hat sich ihre Fläche um 10 Prozent ausgedehnt.

So haben sich viele der grünen Landschaften in der Sahelzone, die am südlichen Rand der Sahara vom Senegal bis Eritrea verläuft, in Ödland verwandelt.

Gelingt die Aufforstung in Afrika?

Vor 15 Jahren haben sich die Länder Sahelzone zusammengeschlossen, um ein grünes Band aus Bäumen und nachhaltigen Landwirtschaftszonen zu pflanzen.

Ein Projekt mit vielen Vorteilen:

  • Ausbreitung der Wüste wird verhindert
  • große Mengen CO2 werden in den Bäumen gespeichert
  • das Projekt soll rund zehn Millionen Menschen in der Region neue Arbeitsplätze verschaffen

Insgesamt 100 Millionen Hektar Land sollen mit diesem Projekt bis zum Jahr 2030 wieder fruchtbar gemacht werden. Doch in den vergangenen 15 Jahren hat sich nicht allzu viel getan. Jährlich wurden 1,9 Millionen Hektar Land bepflanzt, allerdings fehlt das Geld, um das Projekt effizient und schnell voranzutreiben. Auch die Corona-Pandemie hat das Vorhaben in den vergangenen zwei Jahren ausgebremst.

Zudem funktioniert das Projekt in manchen Ländern besser als in anderen: In Äthiopien, Nigeria und im Senegal konnten viele Millionen Hektar Land wieder fruchtbar gemacht werden. In anderen Staaten wie Burkina Faso verhindern Terrorismus und Korruption das Fortschreiten der Pflanzarbeiten. Experten glauben allerdings weiterhin an den möglichen Erfolg des Projektes.

Wichtig wäre dabei jedoch, dass Korruption und Terrorismus bekämpft würden und die Bevölkerung aufgeklärt und geschult würde im Umgang mit dem neuen „Grünstreifen“.

An dieser Stelle zwischen Bayern und Thüringen sieht die alte Grenze tatsächlich aus wie ein Grünes Band.
Aus Todeszone wird Naturschutzgebiet: Entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze ist ein grünes Band entstanden, das nun Heimat für vom Aussterben bedrohte Pflanzen- und Tierarten ist.
Klaus Leidorf, picture alliance
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Kann auch Deutschland zur Wüste werden?

Auch wenn Deutschland nicht unbedingt droht sich in eine Wüste zu verwandeln – in weiten Teilen Deutschlands wird es immer trockener. Im Durchschnitt gab es in diesem Jahr in Deutschland zu wenig Regen , bereits im Juni brannte es in vielen Wäldern . Viel zu früh im Sommer, sagen Experten. Ähnlich wie in Staaten der Sahelzone wird auch das Thema Bodenerosion trockene Bundesländer wie Sachsen-Anhalt beschäftigen. Somit lohnt es sich definitiv internationale Projekte zu beobachten und von ihnen zu lernen.

Ein Vorhaben, das in Deutschland bereits umgesetzt wird und in eine ähnliche Richtung geht, ist das „grüne Band“. Auf dem ehemaligen Grenzstreifen der innerdeutschen Grenze, der für fast 40 Jahre eine Todeszone war, entstand ein Naturschutzprojekt: Wie eine grüne Lebenslinie verläuft die Vegetationszone entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze und bietet auf fast 1.400 Kilometern seltenen und vom Aussterben bedrohten Pflanzen- und Tierarten ein Zuhause.

Für eine wärmere und trockenere Zukunft können wir die Erfahrungen aus der Sahelzone mit unseren eigenen bündeln, um unsere eigene „grüne Lunge“ in den trockenen Teilen des Landes klimaresistent zu machen.

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(hha, sso)