Weltweit Trauer um Baby Charlie (✝): "Bete für seine Eltern und alle, die ihn ins Herz geschlossen haben"

29. Juli 2017 - 12:13 Uhr

Papst Franziskus kondoliert Charlies Eltern

Charlie Gard wurde nur elf Monate alt, sein Schicksal bewegte die Menschen weltweit. Nach seinem Tod kondolieren die britische Premierministerin und der US-Vizepräsident. Der Papst betet für Charlies Eltern.

Charlie Gard starb nach monatelangem Rechtsstreit

Der Tod des britischen Babys Charlie Gard wird weltweit betrauert. Das Kind hatte an einem extrem seltenen Gendefekt gelitten. Papst Franziskus twitterte: "Ich vertraue den kleinen Charlie dem Vater an und bete für seine Eltern und alle, die ihn ins Herz geschlossen haben." US-Vizepräsident Mike Pence sprach sein Beileid aus. Die britische Premierministerin Theresa May sagte, sie sei "tief betrübt" und in Gedanken bei den Eltern.

Charlie war am Freitag nach einem monatelangen juristischen Streit über seine Behandlung in einem Hospiz gestorben. Die Ärzte hatten zuvor die lebenserhaltenden Maschinen abgestellt. Er hatte das äußerst seltene mitochondriale DNA-Depletionssyndrom (MDDS). Zuletzt musste er künstlich beatmet und ernährt werden. Er konnte sich nicht mehr bewegen, war taub und hatte epileptische Anfälle. Seine Erkrankung hatte seine Gehirn- und Muskelfunktionen zerstört.

"Wir sind so stolz auf dich, Charlie"

Bis kurz vor seinem Tod wurde um ihn gestritten: Charlies Eltern hatten sich mehr Zeit gewünscht, um Abschied von ihrem elf Monate alten Sohn zu nehmen und wollten ihn zu Hause sterben lassen. Die Ärzte des Great-Ormond-Street-Krankenhauses, in dem Charlie behandelt wurde, wollten hingegen rasch die lebenserhaltenden Maßnahmen beenden, um dem Jungen weiteres Leid zu ersparen. Ein Richter des High Court entschied schließlich, dass Charlie in das Hospiz verlegt und kurz nach seiner Ankunft sterben sollte.

Zuvor hatten Charlies Eltern in einem monatelangen Rechtsstreit darum gekämpft, ihn für eine experimentelle Therapie in die USA bringen zu dürfen, die aber bei Charlies Erkrankung nie getestet worden war, sondern nur bei ähnlichen Krankheiten mit milderen Verläufen. Die Klinik hielt das für aussichtslos und bestand darauf, die Behandlung Charlies zu beenden und ihn in Würde sterben zu lassen. Dem hatten sich die Eltern schließlich gefügt. Schweren Herzens mussten sie von ihrem Sohn nun Abschied nehmen.

Der Rechtsstreit durchlief alle Instanzen bis hin zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Die Eltern hatten für die Behandlung ihres Sohnes bereits rund 1,5 Millionen Euro an Spenden gesammelt, um den Krankentransport und die Behandlung finanzieren zu können. Das Geld soll jetzt in eine Stiftung fließen, um Kindern mit ähnlichen Erkrankungen zu helfen. "Unser wunderschöner, kleiner Junge ist von uns gegangen", teilte seine Mutter mit. "Wir sind so stolz auf dich, Charlie."