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Weltweit einmalig: Australien will pädophilen Straftätern Pässe entziehen

Weltweit einmalig: Australien will pädophilen Straftätern Pässe entziehen

Junges Mädchen als Opfer von häuslicher Gewalt
Immer wieder werden Kinder Opfer von sexuellen Übergriffen.
picture alliance / Photoshot

Kindervergewaltigung soll gestoppt werden

Australien reagiert im Kampf gegen Sexual-Straftäter: Durch einen neuen Gesetzesentwurf soll es verhindert werden, dass Sextouristen in asiatische Entwicklungsländer fliegen, um dort Kinder zu vergewaltigen. Diesen Plan hat die australische Außenministerin Julie Bishop am Dienstag vorgestellt. Weltweit wäre diese Regelung einmalig.

20.000 registrierte Kinder-Sextraftäter

Es gibt rund 20.000 registrierte Sexstraftäter in Australien, die sich an Kindern vergreifen. Einige davon begehen die Sexualstraftaten im Ausland. In Ländern wie Thailand und Indonesien, wo viele Menschen in Armut leben. "Allein vergangenes Jahr sind fast 800 registrierte Kinder-Sexstraftäter aus Australien ins Ausland gereist", erläuterte die australische Außenministerin Bishop. Die neuen Gesetze, sagte sie, würden die verurteilten Pädophilen stoppen.

"Kein Land hat jemals solche Maßnahmen ergriffen"

Eine Frau benutzt am Flughafen die automatisierte Passkontrolle. Foto: Federico Gambarini/Archiv
Die Passkontrolle in Australien soll verschärft werden
DPA

Auch der australische Justizminister Michael Keenan äußerte sich zum Gesetzesentwurf zum Thema Sex-Tourmismus: "Kein Land hat jemals so entschlossene und starke Maßnahmen ergriffen, um seine Bürger davon abzuhalten." Und weiter: "Wir wissen, dass wir rund 20.000 Menschen den Pass verweigern können, die derzeit medlepflichtig sind."

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"Das Risiko sexueller Ausbeutung von Kindern nimmt zu"

Laut EPCAT, einer internationalen Organisation, die gegen den Kindersextourismus kämpft, gibt es knapp 30 Länder, die von Kindersextourismus betroffen sind. Besonders Südamerika und Südostasien. UNICEF schätzt zwei Millionen Kinder weltweit, die jedes Jahr Opfer von sexuellem Missbrauch werden.

"In einer zunehmend vernetzten Welt sind mehr Menschen unterwegs. Und selbst die abgelegensten Orte der Welt sind jetzt erreichbar. Dank billiger Reisen und der Verbreitung des Internets, sodass die Risiken der sexuellen Ausbeutung von Kindern zunehmen ", beinhaltet der EPCAT-Bericht. Mit Passentzug soll dagegen nun angekämpft werden.