Diskriminierungsfreies stilles Örtchen

Welttoilettentag: Universität Vechta führt "Toilette für alle" ein

Welttoilettentag
© dpa, Ralf Hirschberger

19. November 2020 - 7:49 Uhr

Keine Geschlechter-Symbole an den Türen

Wer eine Toilette in einem öffentlichen Gebäude sucht, der hält Ausschau nach den Symbolen für Mann und Frau. Die Universität Vechta will aber auch denjenigen, die sich keinem Geschlecht zugeordnet fühlen, den passenden Rückzugsort bieten. Passend zum Welttoilettentag am 19. November 2020 gibt es auf dem Campus nun eine "Toilette für alle". Aber ganz ohne Symbole geht es eben auch nicht.

Besonders für Inter*, Trans* und nicht-binäre Menschen

Im Alltag könne es vorkommen, so heißt es in einer Pressemitteilung der Universität, "dass Personen, die einer binären Geschlechtervorstellung nicht entsprechen, von weiteren Nutzer*innen auf die andere Toilette geschickt, verbal attackiert oder sogar körperlicher Gewalt ausgesetzt werden." Mit der neuen Toilette soll das verhindert werden. "Mit der Eröffnung der ersten "Toilette für alle*" erreichen wir als Universität einen zentralen Meilenstein mit Symbolkraft in der Anerkennung von Geschlechtervielfalt", so die Zentrale Gleichstellungsbeauftragte der Uni, Tanja Meyer.

"Was ist drin?" statt "Wer darf rein?"

Statt der Geschlechter-Symbole sind an der Toilette nun Piktogramme zu sehen, die zeigen, wie das WC ausgestattet ist - also ob Sitztoiletten und auch ein Urinal in dem Raum sind. Auch Mülleimer sind nun in allen Kabinen. Damit ist jeder Mensch dazu eingeladen, die Räume zu betreten. Der Gang für diejenigen, die diese Toilette nutzen möchten, könnte aber lang werden: Bisher gibt es auf dem Campus nur eine "Toilette für alle". Weitere sollen nach Angabe der Universität Vechta aber folgen.