2. April 2019 - 11:47 Uhr

Im Video: Janine verrät, wie das Prostituiertenschutzgesetz greift

Sieben Jahre lang fand Janine ihren Job "supertop". Dann verdiente sie immer weniger. Doch sie will weitermachen. "Mir macht das Spaß im Mittelpunkt zu stehen. Die Nummer 1 zu sein."

Damit ist Janine (Name geändert) eine von Millionen Frauen, die in Deutschland - dank der liberalen Gesetzgebung das Bordell Europas - als Prostituierte anschaffen gehen. Im Video erklärt sie ihren Arbeitsalltag.

„Frauen werden immer weiter ausgebeutet“

​Das Prostituiertenschutzgesetz habe den Frauen kaum bessere Arbeitsbedingungen und Verdienste gebracht. "Frauen werden immer weiter ausgebeutet", ist Janine sich sicher. "Wenn sie noch ein Zimmer zum Wohnen brauchen, müssen sie da auch nochmal bezahlen. Der Leidtragende ist immer die Frau."

Wie viel Miete Prostituierte in Wohnungen, oder auch im Bordell, bezahlen müssen, das erklärt Janine im Video oben. Außerdem verrät sie im RTL-Interview, wie ihr Arbeitsalltag aussieht und wie sie zum Prostituiertenschutzgesetz steht, dass ihre Arbeit sicherer und besser machen sollte. "Die Frauen werden immer weiter ausgebeutet", urteilt sie.

Um das zu ändern, startet jetzt der Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen in Mainz. Der Veranstalter "SOLWODI Deutschland e.V." (Solidarity with women in distress) lobt auf seiner Homepage internationale, erfolgreiche Initiativen gegen Prostitution und Menschenhandel.

Prostituiertenschutzgesetz: Pflichten und Verbote

Das Prostituiertenschutzgesetz verbietet seit Juli 2017, dass Prostituierte und ihre Kunden Sex ohne Kondom haben. Dementsprechend darf auch nicht für Sex ohne Kondom geworben werden. Janine berichtet im RTL-Interview, sie habe Nachteile, weil sie die Kondompflicht umsetze. "Da fallen mir viele Gäste weg, komplett, weil ich das einfach nicht mehr anbiete. Ich will ja selber geschützt sein und werden und da fällt viel den anderen zu."

Außerdem gilt seit Inkrafttreten des Prostituiertenschutzgesetzes eine Anmeldepflicht für Prostituierte und eine Erlaubnispflicht für Bordelle. Doch Janine berichtet, eine Kontrolle ihres Ausweises habe sie erst einmal erlebt – "und nur auf Wunsch von mir".