Jahresbericht der Welthungerhilfe

„Wir werden eher an Hunger sterben als an Corona“

07. Juli 2020 - 12:47 Uhr

Eine Milliarde Menschen könnten bald Hunger leiden

Es sind erschreckende Zahlen, die die Welthungerhilfe präsentiert. Die Zahl der hungernden Menschen könne aufgrund des Klimawandels und weltweiter Kriege auf eine Milliarde steigen. Corona verstärkt dieses Problem – gerade die wirtschaftlichen Einbußen treffen viele Regionen der Erde hart.

Corona wirkt wie ein Brandbeschleuniger

"Die Corona-Pandemie funktioniert wie ein Brandbeschleuniger für ohnehin schon bestehende Krisen", sagt Mathias Mogge, der Generalsekretär der Welthungerhilfe.

Aus Ländern wie Simbabwe und Kenia höre er immer wieder einen Satz: "Wir werden eher an Hunger sterben, als an Corona."

In Simbabwe zum Beispiel fehle es an Wasser und Grundnahrungsmitteln. Die Zahl der Hungernden dort habe sich seit 2011 auf 6 Millionen verdoppelt – durch Corona könnten es 8 Millionen werden, die ohne Hilfe nicht mehr leben können.

Lebensmittelpreise in Kenia um 30% gestiegen

Das Problem sind vor allem die wirtschaftlichen Folgen von COVID-19: Märkte brechen zusammen, Menschen verlieren ihre Arbeit und die Lebensmittelpreise steigen enorm – in Kenia zum Beispiel um 30%, berichtet die Welthungerhilfe.

Um das Schlimmste zu verhindern hat die Welthungerhilfe Soforthilfe geleistet: sie haben Infomaterial und Seife verteilt, aber auch mit Nahrungsmitteln und Saatgut ausgeholfen.

Eine Welt ohne Hunger

Bis 2030 soll es keinen Hunger mehr geben – das ist das Ziel der Welthungerhilfe.

Laut Welthungerhilfe standen ihr 2019 knapp 500 Millionen Euro im Kampf für eine Welt ohne Hunger und Armut zur Verfügung – mehr als 40% davon werden durch die Bundesregierung finanziert.

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