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Welthunger-Index 2018: Der Kampf gegen den Hunger bleibt aussichtlos

Welthunger-Index 2018: Im Kampf gegen den Hunger gibt es nach kleineren Erfolgen wieder einen Rückschritt.
Im Kampf gegen den Hunger gibt es nach kleineren Erfolgen wieder einen Rückschritt. © dpa, Mohammed Mohammed, nic pil

Kurzfristige Erfolge

Seit der Jahrtausendwende wurden im Kampf gegen den Hunger einige Fortschritte erzielt. Doch auch wenn der Welthunger-Index (WHI, Berechnung der Ernährungslage in 119 Ländern) seit 2000 um 28 Prozent gefallen ist und sich die Kindersterblichkeit halbiert hat: Zu viele, insgesamt 821 Millionen Menschen hungern. Der Trend geht in die falsche Richtung. Wenn das Tempo bei der Bekämpfung des Hungers gleichbleibt, wird es 50 Ländern nicht gelingen, den Hunger bis 2030 wirkungsvoll zu bekämpfen.

Hunger ist Ursache und Folge von Flucht und Vertreibung

Flüchtlinge in einem Lager in Somalia
Flüchtlinge in einem somalischen Lager. © imago/Seskim Photo, imago stock&people

Es wird deutlich, dass der Kampf gegen den Hunger ein Kampf gegen einen Teufelskreis ist. Der Bericht 2018 zeigt auf, dass Hunger sowohl Ursache als auch Folge von Flucht und Vertreibung ist. Wo gekämpft wird, ist der Hunger doppelt so hoch wie anderswo. Weltweit sind mehr als 68 Millionen Menschen auf der Flucht, so viele wie nie zuvor. "Die Mehrzahl der Flüchtlinge bleibt in ihrer Heimatregion und braucht dort auch Unterstützung. Diese selbst oft armen Aufnahmeländer benötigen mehr Hilfe. Für die Geflüchteten ist nicht nur die Grundversorgung wichtig, sondern auch die Möglichkeit, dass sie Zugang zu Beschäftigung und Bildung bekommen. Humanitäre Hilfe allein reicht nicht aus", sagt Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe.

Schlusslicht Zentralafrikanische Republik

Welthungerindex: So ist die Lage in den Ländern
Die analysierten Länder können in Kategorien einsortiert werden, je nachdem, ob die Hungersituation gravierend, sehr ernst, ernst, mäßig oder gering ist. © Welthungerhilfe

Angola, Ruanda, Äthiopien und Myanmar gehören 2018 zu den Vorreitern bei der Hungerbekämpfung mit einer Verbesserung des WHI-Wertes um mehr als 45 Prozent. Dagegen gibt es in 16 Ländern mit einer ernsten Ernährungslage keine Verbesserungen oder sogar Rückschritte. Die höchsten Hungerwerte gibt es weiterhin in Afrika südlich der Sahara; Schlusslicht bleibt die Zentralafrikanische Republik.

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