Simon Davis darf 15 Jahre lang keine Tiere mehr halten

Züchter schnitt Welpenohren mit Rasierklingen ab und saß 18 Wochen hinter Gittern

27. Januar 2020 - 13:51 Uhr

Züchter Simon Davis musste 18 Wochen in den Knast

Ein Züchter aus Bedworth in England hat die Ohren von Bulldoggen-Welpen mit einer Rasierklinge abgeschnitten, damit sie "hübscher" aussehen. Nach den "Schönheitsoperationen" verkaufte Simon Davis sieben Babys für tausende Pfund, unter anderem auch an Prominente wie Little-Mix-Sängerin Leigh-Anne Pinnock oder Schauspieler Aaron Chalmers. Für seine Taten musste Davis 18 Wochen hinter Gitter. Jetzt ist er wieder auf freiem Fuß.

Fotos vor und nach dem Zuschneiden der Welpen-Ohren

Vor einem Jahr hatten die britische Tierschutzorganisation RSPCA und die Polizei bei einer Razzia Simon Davis' Wohnung durchsucht. Sie fanden sieben Hundezwinger in dem Garten, in denen insgesamt acht amerikanische Bulldoggen lebten. Zwei von ihnen wurden für 7.000 Pfund verkauft. Fotos von Welpen vor und nach dem Zuschneiden der Hundeohren sowie bei der Operation verwendete Gegenstände wie Spritzen, Rasierklingen und Pinzetten wurden beschlagnahmt. Ob die Tiere während der illegalen Operationen Tabletten zur Schmerzlinderung bekamen, ist nicht bekannt.

Als potentielle Besitzer fragten, warum die Hunde kupiert sind, sagte ihnen Davis, dass die Tiere aus Amerika eingeflogen worden seien. Zudem seien sie wegen der Versandkosten und Einfuhrsteuern so teuer. Wegen der Verstümmelung von sieben Hunden wurde Davis angeklagt und zu 18 Wochen Haft verurteilt. Diese Taten gab er zu, doch die Dunkelziffer ist womöglich viel höher. Denn der 34-Jährige hatte bereits drei Jahre lang Hunde gezüchtet. Seine Gefängnisstrafe hat Simon Davis schon abgesessen. Jetzt darf er 15 Jahre lang keine Tiere mehr halten.

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Fotos wie die, die von Sängerin Leigh-Anne Pinnock in den sozialen Medien geteilt werden, seien laut Tierschützern nicht hilfreich im Kampf gegen kupierte Hunde. "Hunde sollten niemals zu kosmetischen Zwecken verstümmelt werden, und Ohrenschneiden kann sich nachteilig auf ihre Gesundheit, ihr Verhalten und ihr Wohlergehen auswirken", sagt Tierschützer Herchy Boal von der RSPCA. Er bittet, diese Züchter zu melden. Zudem steht fest: In England, aber auch in Deutschland ist das Kupieren von Körperteilen verboten.

Kupieren von Ohren seit 1986 in Deutschland verboten

Unter "kupieren" versteht man die operative Kürzung der Ohrmuschel oder der Rute. Früher waren solche Verstümmelungen bei Hunderassen wie Dobermann, Boxer, Schnauzer oder Doggen erwünscht. Der Grund: Hunde sollten so besser hören und wachsamer sein. Für die Jagd wurde Hunden die Rute abgeschnitten, damit das Verletzungsrisiko geringer war. Dieses "Schönheitsideal" setzte sich durch – bis heute.

Beim Kupieren werden mithilfe einer Kupierschablone überstehende Teile des Ohres abgeschnitten. Die durchtrennten Adern werden abgedrückt und die Reste des Ohres vernäht. Bis zu drei Wochen werden die Ohren hochgebunden. Ein schmerzhafter Eingriff für Hunde, der unter anderem chronische Gesundheitsschädigungen zur Folge hat. So nimmt man den Vierbeinern die typischen Ausdrucksmittel, was laut dem Deutschen Tierschutzbund zu Kommunikationsproblemen mit Artgenossen und zu Verhaltensstörungen führen kann.