Zweifelhafte Auszeichnung

Welches dieser Produkte wird die „Mogelpackung des Jahres“?

07. Januar 2020 - 17:07 Uhr

Verbraucherzentrale vergibt Negativpreis

Dies ist ein Preis, den wohl keiner gerne bekommt: Die Verbraucherzentrale kürt wieder die "Mogelpackung des Jahres", also Produkte, bei denen versteckte Preiserhöhungen besonders raffiniert durchgesetzt worden seien. Fünf Kandidaten für die zweifelhafte Auszeichnung für das Jahr 2019 stehen nun zur Wahl: die Margarine "Rama Unser Meisterstück", die "Milka Darkmilk"-Schokolade, das Nudelgericht "Mirácoli", Kellogg's "Frosties" und der "Bio Direktsaft Karotte" von Hipp.

Für welche dreisten Preis-Schummeleien die Kandidaten es in die engere Auswahl geschafft haben, zeigen wir im Video!

Verbraucher reichen Kandidaten ein und können selbst abstimmen

Die Wahl, welche Produkte zur Mogelpackung gekürt werden, treffen allerdings nicht die Verantwortlichen der Verbraucherzentrale, sondern die Verbraucher selbst – die sind schließlich die Leidtragenden von Preiserhöhungen. Und daher kann auf der Webseite der Verbraucherzentrale abgestimmt werden, welcher der fünf Kandidaten am dreistesten gemogelt hat. Die Kandidaten wurden dabei aus mindestens 66 Produkten ausgewählt, die die Zentrale über Verbraucherbeschwerden überprüft und als Mogelpackung identifiziert hat. Meist, weil der Inhalt verringert wurde, während der Preis gleichblieb.

So reagieren die Unternehmen

Wir haben bei den Unternehmen nachgefragt, wie sie zu der Nominierung für die "Mogelpackung des Jahres" stehen.

Hipp gibt dazu an, die Größenänderung basiere auf Verbraucherwünschen. "Aus hygienischen Gründen empfehlen wir, die HiPP BIO-Säfte innerhalb von drei Tagen aufzubrauchen. So steht es auch auf den Etiketten. Verbraucher teilten uns wiederholt mit, dass es nicht möglich sei, bei der Ernährung des Babys den Inhalt einer 500 ml-Flasche in drei Tagen aufzubrauchen. Der Restinhalt wurde oftmals weggekippt. Mit der neuen Flaschengröße von 330 ml wurden diese Verbraucherrückmeldungen berücksichtigt." Den höheren Preis begründet der Babynahrungshersteller damit, dass dieser für den Bio-Karottensaft seit 10 Jahren erstmals hochgesetzt worden sei und man auf gestiegene Löhne, Kosten und auch die Folgen für die Karottenernte durch den heißen Sommer 2019 reagiere.

Kellogg schreibt, dass die Endverbraucherpreise grundsätzlich im alleinigen Ermessen des Handels lägen. "Diese stellen sich über die letzten Jahre hinweg als durchweg stabil für den Verbraucher dar. Um die unverbindliche Preisempfehlung pro Pack fortschreiben zu können, mussten wir aufgrund des allgemeinen Kostendrucks bei einigen Produkten unseres breiten Sortiments die Grammatur pro Packung anpassen."

Auf Rückmeldungen der anderen Unternehmen warten wir noch.