14. Juli 2019 - 20:05 Uhr

Rettungsschiff „Alex“ folgt dem Beispiel der „Sea Watch 3“

Das dürfte dem italienischen Innenminister Matteo Salvini gar nicht gefallen: Das italienische Rettungsschiff "Alex" ist trotz eines Verbots in den Hafen von Lampedusa eingelaufen. Damit folgte das Schiff der Hilfsorganisation Mediterranea dem Beispiel der deutschen Kapitänin Carola Rackete. Auch hatte unerlaubterweise mit der "Sea Watch 3" Lampedusa angesteuert. An Bord hatte sie 40 Migranten, die die Crew aus dem Mittelmeer gerettet hatte.

Schiff war nur für 18 Personen ausgelegt, hatte aber 60 Menschen an Bord

Auch an Bord der "Alex" befanden sich 41 Migranten. Die Organisation Mediterranea hatte den Notstand an Bord erklärt. Denn die dort herrschende Gesundheits- und Hygienesituation sei unerträglich geworden. An Bord befänden sich inklusive der Besatzung 60 Menschen. Ausgelegt sei das Schiff aber nur für 18 Personen.

Die italienische Regierung hatte der "Alex" verboten, in einem italienischen Hafen anzulegen. Stattdessen wurde die Hilfsorganisation aufgefordert, nach Malta weiterzufahren. Mediterranea entschied aber, dass die elfstündige Reise zu lang und gefährlich sei. Darum legte das Schiff nun trotz des Verbots in Lampedusa an.

Rettungsschiff „Alan Kurdi“ wartet weiter

HANDOUT - 05.07.2019, ---: Flüchtlinge werden vor der Küste von Libyen von Mitgliedern der Rettungsorganisation Sea-Eye (l) auf deren Hilfsschiff "Alan Kurdi" gebracht. Foto: Fabian Heinz/Sea-Eye/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zu
Rettungsschiff "Alan Kurdi" rettet Flüchtlinge vor Libyen
© dpa, Fabian Heinz, tba

Vor der italienischen Küste wartet derzeit auch noch ein deutsches Rettungsschiff auf eine Erlaubnis, anlegen zu dürfen. Die "Alan Kurdi" der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye aus Regensburg kreuzt noch vor Lampedusa außerhalb der italienischen Hoheitsgewässer. An Bord des Schiffes befinden sich 65 gerettete Menschen, die an Land gebracht werden sollen.

Deutschland hatte der EU-Kommission angeboten, Migranten von den Rettungsschiffen aufzunehmen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) forderte Salvini in einem Brief auf, die Situation der Rettungsschiffe im Mittelmeer zu beenden. "Wir können es nicht verantworten, dass Schiffe mit geretteten Menschen an Bord wochenlang im Mittelmeer treiben, weil sie keinen Hafen finden", schrieb Seehofer. "Ich appelliere daher eindringlich an Sie, dass Sie Ihre Haltung, die italienischen Häfen nicht öffnen zu wollen, überdenken."

Italien will Häfen weiter dicht machen

Diese Forderung wies Salvini umgehend zurück. "Die Bundesregierung bittet mich, italienische Häfen für die Schiffe zu öffnen? Absolut nicht", erklärte der italienische Innenminister. "Wir fordern die Merkel-Regierung auf, den Schiffen die deutsche Flagge zu entziehen, die Menschenhändlern und Schmugglern helfen, und ihre Bürger, die die italienischen Gesetze missachten, zurückzuholen", fügte er hinzu. Der rechtspopulistische Politiker hatte sein Amt mit dem Versprechen angetreten, die illegale Einwanderung nach Italien zu stoppen.