RTL News>News>

Weißrussland: Seit Nobelpreis ist Alexijewitsch Pflichtlektüre in Schulen

Weißrussland: Seit Nobelpreis ist Alexijewitsch Pflichtlektüre in Schulen

Swetlana Alexijewitsch in Berlin
Die Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch wurde am 08. Oktober 2015 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.
dpa, Kay Nietfeld

Für jüngere Schüler seien die Bücher thematisch nicht geeignet, erst ab 10. Klasse

Das autoritär regierte Weißrussland nimmt die Werke der neuen Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch in den Schullehrplan auf. Für Schüler der oberen Klassen (10. und 11.) sollten die Werke künftig Pflichtlektüre sein.

Für jüngere Schüler seien die Bücher thematisch nicht geeignet. Dagegen sei Alexijewitsch an weißrussischen Hochschulen schon immer gelesen und behandelt worden, sagte der weißrussische Bildungsminister.

Die Nobelpreisträgerin (67) spürt in ihren dokumentarischen Büchern wie "Secondhand-Zeit" den bitteren Folgen der Sowjetherrschaft nach. Sie beklagte vergangene Woche, dass sie in ihrer Heimat Weißrussland totgeschwiegen und nicht gedruckt werde. Sie ist auch eine engagierte Kritikerin von Präsident Alexander Lukaschenko. Ihre auf Russisch geschriebenen Bücher werden in Russland verlegt, aber auch in Weißrussland gelesen. In der Hauptstadt Minsk waren ihre Bücher in den Tagen seit Bekanntgabe des Nobelpreises weitgehend vergriffen.