Weißensberg: Stefanie (22) wurde verprügelt, vergewaltigt und ermordet

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24. Mai 2018 - 14:43 Uhr

35-jähriger Ex-Nachbar steht vor Gericht

Warum musste Stefanie (22) aus Weißensberg bei Lindau am Bodensee sterben? Diese Frage versucht nun das Landgericht Kempten zu klären. Die junge Frau ging im Juni 2017 während ihrer Mittagspause kurz nach Hause. Weil sie aber nicht zurück zur Arbeit kam, fingen ihre Kollegen an, sich Sorgen zu machen. Ihr Freund fand Stefanie schließlich tot in der Badewanne. Die Frau wurde verprügelt, vergewaltigt und ertränkt. Angeklagt ist ein 35-Jähriger, der in der Wohnung nebenan wohnte.

Stefanie aus Weißensberg wurde in ihrer eigenen Badewanne ertränkt

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann sein Opfer am 19. Juni zufällig im Treppenhaus traf. Er war kurz vorher aus der Wohnung ausgezogen, kam aber wohl nochmal zurück in das Haus. Was dann passierte, weiß nur der Täter. Laut Obduktion wurde Stefanie geschlagen, getreten, gewürgt und vergewaltigt. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft versuchte er dann, das Sexualverbrechen als Unfall zu tarnen.

Er soll das schwer verletzte Opfer bäuchlings in die Badewanne gelegt und Wasser einlaufen gelassen haben. Dadurch ertrank die 22-Jährige. Nach der Tat setzte er sich nach Serbien ab. Nach mehreren Wochen auf der Flucht kehrte der Täter aber nach Deutschland zurück und stellte sich der Polizei.

Angeklagter behauptet: Es war ein Unfall

Der Angeklagte gab zu Beginn des Prozesses vor dem Kemptener Gericht zu, seine frühere Nachbarin ertränkt zu haben. Das Ganze sei aber eine Art Unfall gewesen, erklärte der 35-Jährige. Die 22-Jährige habe ihn überrascht, als er etwas aus der Wohnung seiner Ex-Freundin holen wollte. Die Nachbarin habe sofort angefangen, auf ihn einzuschlagen, sagte er.

Nach einem Gerangel sei die junge Frau benommen gewesen. Deswegen habe er die 22-Jährige in deren Wohnung in die Badewanne gelegt und Wasser einlaufen lassen, damit sie wieder zu sich komme. Im Falle einer Verurteilung droht nicht nur eine lebenslange Haft; in dem Prozess soll auch eine Sicherungsverwahrung geprüft werden. Das Urteil soll am 5. Juni verkündet werden.


Quelle: DPA, RTL.de