Weimar: Turntrainer wegen Kindesmissbrauchs verurteilt – drei Jahre und acht Monate Haft

17. September 2018 - 12:56 Uhr

Über acht Jahre lang blieben die schrecklichen Taten des Turntrainers unentdeckt

Ein ehemaliger Turntrainer aus Weimar muss drei Jahre und acht Monate ins Gefängnis. Das Landgericht Erfurt verurteilte den 31-Jährigen wegen Missbrauchs in 81 Fällen sowie in einem Fall wegen Nötigung. Im Zeitraum von 2007 bis 2015, fast acht Jahre lang, hatte er sich an seinen Schützlingen vergangen – unbemerkt. Die Betroffenen waren zwischen 13 und 16 Jahren alt.

Ein mutiges Opfer wendete sich 2016 an die Polizei

Der Mann wurde für die Taten an 15 Mädchen verurteilt. Der Verurteilte soll dabei hochmanipulativ vorgegangen sein, sodass seine Opfer Angst hatten, die Verbrechen anzuzeigen. Die schrecklichen Taten des Mannes kamen nur ans Licht, weil eines der Opfer 2016 schließlich den Mut fasste, zur Polizei zu gehen. Der Kindesmissbrauch fand vermutlich im Umfeld des Turnvereins statt. Dieser hatte sich nach Bekanntwerden der Vorwürfe umgehend von dem Mann getrennt.

Hätte der Weimarer Turnverein früher von den Vorfällen wissen können?

Der Vereinsvorsitzende gab im Interview mit RTL eine Mitschuld des Vereins zu. Innerhalb der Gemeinschaft sei der Verurteilte allerdings stets eloquent und freundlich aufgetreten, es habe bei ihm im Vorfeld keinerlei Bedenken gegeben. Die vorsitzende Richterin hingegen äußerte in der Urteilsbegründung Unverständnis, dass sowohl Turnverein als auch Eltern trotz mancher Anzeichen keinen Verdacht geschöpft hätten.

Vertreter der als Nebenklägerinnen auftretenden Opfer zeigten sich unzufrieden mit dem Strafmaß. "Trainerkollegen und Verantwortliche innerhalb des Vereins hätten früher von den Vorfällen wissen können – wissen müssen.", sagte eine Sprecherin.