Weil sie gegen ihre Beziehung waren: Teenager bringen Eltern um

03. Februar 2017 - 17:14 Uhr

Vor allem die Brutalität erschüttert viele

Diese Bluttat schockiert derzeit ganz Italien: Zwei Teenager ermorden auf ganz brutale Weise die Eltern des einen. Als Motiv gibt der 16-jährige Riccardo an, dass sie ihn immer so unter Druck gesetzt hätten, weil er so schlecht in der Schule war. Der wahre Grund für den Mord ist jedoch ein ganz anderer.

Als die Spurensicherung zum Haus in dem kleinen Ort Pontelangorino gerufen wird, ahnen die Ermittler noch nicht, welch grausames Verbrechen sich hinter diesen Türen abgespielt hat. Die Polizei findet dort zwei Leichen - Nunzia und Salvatore Vincelli. Ihr eigener Sohn Riccardo hatte die Polizei gerufen, um sie in die Irre zu führen. Doch im Verhör später gibt der 16-Jährige zu, den Mord an seinen Eltern geplant zu haben.

"Riccardo hat seine Eltern gemeinsam mit seinem 17-jährigen Freund Manuel getötet", berichtet RTL-Reporter Udo Gümpel. Vor allem die Brutalität erschüttert viele. 13 Mal wurde mit der Axt auf Riccardos Eltern eingeschlagen. Der junge Mann galt zwar als Rebell, stritt sich häufiger mit seinen Eltern. Auch Manuels Mutter bekam das mit, aber sie hätte nie gedacht, dass es irgendwann so eskalieren würde.

Höchststrafe wäre lebenslange Haft

Drei Tage vor der Tat, das sagen die beiden Freunde später im Verhör, haben sie den Mord an Riccardos Eltern geplant. Riccardo sagt, er konnte die Gesichter seiner toten Eltern nicht ertragen. Er habe sie dafür gehasst, ihm ständig vorzuwerfen, so schlecht in der Schule zu sein. Das wahre Motiv haben die Ermittler erst jetzt, drei Wochen nach dem Mord, herausgefunden: "Nicht die schlechten Noten waren der Auslöser der Bluttat, sondern der heftige Widerstand von Riccardos Eltern gegen die Beziehung ihres Sohnes zu Manuel", so Gümpel. Nach den neuesten Erkenntnissen waren sie ein homosexuelles Paar.

Außer den erzkonservativen Eltern von Riccardo wusste von der Beziehung scheinbar niemand. Sie verurteilten die Liebesbeziehung ihres Sohnes. Deshalb mussten sie wohl sterben. Ein Gericht soll jetzt entscheiden, ob die beiden Teenager ihre Strafe in einem kirchlichen Erziehungshaus absitzen oder ins Gefängnis gehen. Im schlimmsten Fall droht ihnen lebenslange Haft.