2018 M12 2 - 21:02 Uhr

Diesel-Fahrverbot gilt nur für Autos

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker fordert ein Tempolimit für Schiffe auf dem Rhein. Der Schiffsverkehr auf Europas größter Wasserstraße trage erheblich zur Luftverschmutzung in den angrenzenden Städten bei. Wegen der schlechten Luft wird es in vielen Städten ab dem kommenden Jahr Fahrverbote für ältere Diesel-Fahrzeuge geben – das Verbot gilt aber nicht für Schiffe.

Reker fordert Regierung auf, Kommunen zu unterstützen

Diesel-Autos am Pranger. Sie gelten als die Dreckschleudern der Städte und werden deswegen vielerorts bald ausgesperrt. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker fordert die Bundesregierung auf, "die Kommunen gegenüber der Autoindustrie mit aller Kraft zu unterstützen". Dazu gehörten rasche Hardware-Nachrüstungen und Umtauschprämien. Weiter betonte Reker, sollte es tatsächlich zu Fahrverboten kommen, müssten die dann notwendigen Ausnahmeregelungen einheitlich sein und nicht von Stadt zu Stadt unterschiedlich.

Binnenschiffe verpesten die Luft

Dabei pusten auch Binnenschiffe eine Menge Schadstoffe in die Luft. "Wir wollen, dass der Schiffsverkehr ein Tempolimit bekommt und dass die Schiffe auch gezwungen werden, die Ladestationen in Anspruch zu nehmen und nicht dieseln, wenn sie zu Anker gehen." Statt Landstrom nutzen die meisten Binnenschiffe an den Liegeplätzen in der Nacht eigene Dieselaggregate - das ist billiger, aber schmutziger. In Köln kommen etwa 20 Prozent der Stickoxide und acht Prozent des Feinstaubs in der Luft vom Rhein. Trotzdem zog das Verwaltungsgericht die Reißleine nicht für Schiffe, sondern nur für Autos.