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Weil keine Stadt will: Idee für kostenfreien Nahverkehr wohl vom Tisch

27. Februar 2018 - 10:03 Uhr

"Eher unrealistisch"

Die Idee hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: Nahverkehr sollte in Deutschland kostenfrei sein. Hintergrund waren Vorschläge für Maßnahmen zur Luftreinhaltung in Zusammenhang mit dem erwarteten Urteil zum Thema Diesel-Fahrverbote. Doch nach einem aktuellen Gespräch der fünf Modellstädte Bonn, Essen, Reutlingen, Herrenberg und Mannheim mit dem Bundesumweltministerium scheint klar: Die Idee für einen bundesweit kostenlosen ÖPNV ist wohl vom Tisch. "Ich denke, dass das eher unrealistisch ist", sagte der Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan nach dem Treffen.

Kostenfreier Nahverkehr ist den Kommunen zu teuer

Nachdem die EU wegen der hohen Luftbelastung in vielen Städten Druck auf Deutschland ausgeübt hatte, gab es mehrere Vorschläge zur Verbesserung. Einer davon: Der kostenlose Nahverkehr, um mehr Autofahrer, vor allem Dieselbenutzer, zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen. Das Problem: Keine der Modellstädte möchte diesen Vorschlag umsetzen. Der Wunsch nach einer flächendeckenden Umsetzung sei eine "Illusion", hieß es. Der Grund liegt auf der Hand: Gratis-ÖPNV wäre den Kommunen viel zu teuer. Kostenlos bedeute: "Es muss jemand anderes bezahlen", so Thomas Kufen, Oberbürgermeister von Essen. Und dazu sei man im Moment nicht bereit.

Mini-Chance für günstige ÖPNV-Angebote bleibt

Dennoch wollen die Modellstädte mit der Bundesregierung im Gespräch bleiben. Die hatte zusätzliche Mittel zugesagt. Man wolle "modellhaft zeitlich begrenzte besonders günstige ÖPNV-Angebote erproben lassen und unterstützen, sofern sie von den Kommunen vorgeschlagen werden." Alle fünf Städte kämen für einen Test allerdings nicht infrage, sondern höchstens ein oder zwei. Aber auch die müssten sich erst mal zu der Maßnahme Gratis-Nahverkehr durchringen. Dies sei aber ohnehin grundsätzlich nur ein Thema von mehreren zur Verbesserung der Luftqualität. Eine zeitnahe Lösung ist demnach wohl aber nicht in Sicht.

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