"So viel Nächstenliebe habe ich noch nie erlebt"

Krebskranke Mutter bittet um Weihnachtskarten für ihre kleine Tochter

Die kleine Tochter wird sich wohl sehr über die außergewöhnlichen Karten freuen.
Die kleine Tochter wird sich wohl sehr über die außergewöhnlichen Karten freuen.
© iStockphoto

05. November 2020 - 15:14 Uhr

Eine ganz besondere Weihnachtsüberraschung

Martina Kraft* ist zum zweiten Mal an Krebs erkrankt und alleine bis Weihnachten stehen ihr noch 14 Chemotherapien bevor. Ihr fehlt die Kraft, ein schönes Weihnachtsfest für ihre kleine Tochter auszurichten, daher bittet sie Fremde in einer Facebook-Gruppe um Hilfe – und ist überwältigt von der Nächstenliebe, die dann auf sie zukommt.

Noch 14 Chemotherapien bis Weihnachten

2018 erkrankte die 3-fache Mutter zum ersten Mal an Brustkrebs. "Sechs Mal Chemotherapie und 27 Mal Strahlentherapie waren die Folge da mein Krebs schnellwachsend war", erzählt sie gegenüber RTL. "Danach wurde ich operiert und dachte eigentlich ich wäre damit durch. Nun nach genau zwei Jahren hat es mich aber leider wieder erwischt."

Anfang September wurde ihre Brust amputiert, danach begann die nächste Chemotherapie. Bis Weihnachten muss sie noch weitere 14 Chemos hinter sich bringen. "Wieder keine Haare auf dem Kopf, wieder diese Schmerzen im Körper, schlechte Blutwerte und jeden Tag Übelkeit", fasst sie zusammen. Doch sie will nicht in Mitleid versinken und will für ihre Kinder stark sein.

Ungewöhnliche Weihnachtsidee für die kleine Tochter

Zwei ihrer drei Kinder sind mittlerweile erwachsen. Vor allem die älteste Tochter ist ihr eine große Hilfe. "Natürlich leidet auch das Familienleben da drunter und besonders meine Kinder. Meine große Tochter hat mich die ganzen zwei Jahre und auch jetzt wieder bei allem begleitet.", sagt Martina. Doch die kleine, 9-jährige Tochter leide besonders unter der Situation. "Wenn sie mit jemandem redet, dann meistens nur, dass ihre Mama sehr krank ist", sagt Martina.

Deswegen will sie ihrer kleinen Tochter eine besondere Freude zu Weihnachten machen. "Wir sind nicht reich, leben vom Amt und sind damit auch immer ausgekommen", erzählt sie. Doch für vieles fehlt ihr durch die Krebs-Behandlung schlicht die Kraft. "So sind meine Große und ich auf die Idee gekommen, wir fragen in der Kölner Verschenke-Gruppe. Da wir Köln lieben und ich dort auch schon eine Weile verweilt habe, habe ich dort gefragt, ob eventuell jemand Lust hat, für meine Kleine eine Weihnachtskarte zu schreiben", erzählt Martina.

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"So viel Nächstenliebe habe ich noch nie erlebt"

Sie sagt, sie habe nicht mit vielen Reaktionen gerechnet, schließlich seien es ihre privaten Probleme. "Was dann aber geschah, das übertraf alles. Weit über 100 Antworten haben wir bekommen. Viele wollen sogar etwas schicken, was ich gar nicht wollte", berichtet Martina gerührt. "Es wurde mir Mut gemacht, es wurde Trost ausgesprochen und ich kann nicht sagen, wie ich mich in dem Moment gefühlt habe."

Sie habe den Post sogar schließen müssen, weil es schlicht zu viele Antworten und Angebote wurden. "So viel Nächstenliebe, so viel Menschlichkeit habe ich noch nie erlebt und ich bin wirklich sehr gerührt." Sie sei jetzt erstmal damit beschäftigt, auf die ganzen lieben Angebote zu reagieren.

"Ich möchte hiermit einfach Danke sagen, an die Menschen, die mitmachen und meiner Kleinen damit ein schönes Weihnachten bereiten. Danke, dass es Menschen wie euch gibt!", sagt die krebskranke Mutter. Für die kleine Familie wird dieses Weihnachten wohl etwas ganz besonderes.

*auf Wunsch der Mutter haben wir ihren Namen geändert