Weil er zu Unrecht abgeschoben wurde: 20-jähriger Afghane kehrt zurück nach Deutschland

Abgelehnte Asylbewerber bei Abschiebung (Archivbild)
Abgelehnte Asylbewerber bei Abschiebung (Archivbild)
© dpa, Daniel Maurer, dm lof dna bwe csa fgj

03. August 2018 - 23:09 Uhr

Rückreise von 20-Jährigem steht nichts mehr im Wege

Anfang Juli zeigte sich CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer höchst zufrieden: 69 Flüchtlinge waren an seinem 69. Geburtstag nach Afghanistan abgeschoben worden. Später stellte sich heraus: Einer der Abgeschobenen wurde zu Unrecht ausgeflogen. Nun soll er in Kürze nach Deutschland zurückkehren. Die nötigen Papiere lägen vor, der Rückreise des 20-Jährigen stehe damit nichts mehr im Wege, berichtete "Spiegel Online" am Freitag unter Berufung auf Regierungskreise.

Gerichtsanhörung stand noch aus

Laut "Spiegel" befindet sich der 20-Jährige seit einigen Tagen an einem sicheren Ort in der Nähe von Kabul, den das Auswärtige Amt organisiert habe. Von dort solle er zunächst in die pakistanische Hauptstadt Islamabad fliegen, wo ihm die deutsche Botschaft ein gültiges Visum für die Weiterreise nach Deutschland ausstellen werde. Die Rückreise werde von der Internationalen Organisation für Migration vorbereitet, die Kosten trage das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Der Mann, der seit 2015 in der Bundesrepublik lebte, war einer jener 69 Menschen, die am 3. Juli mit einem Charterflug aus München nach Afghanistan abgeschoben wurden. Zwei Wochen später wurde bekannt, dass der 20-Jährige wegen eines laufenden Verfahrens am Verwaltungsgericht Greifswald zu diesem Zeitpunkt nicht hätte abgeschoben werden dürfen. Er hatte gegen die Ablehnung seines Asylantrags geklagt. In der Woche nach der Abschiebung hätte der Flüchtling vor Gericht angehört werden sollen.

Quelle: DPA / RTL.de