Satte Abzüge vom Ausbildungsgehalt

Weil er im Heim aufgewachsen ist: Justin (17) arbeitet für 1 Euro die Stunde!

22. August 2019 - 22:54 Uhr

Auszubildender muss 75 Prozent seines Gehalts an den Staat zahlen

In Deutschland leben knapp 150.000 Kinder und Jugendliche in einem Heim, rund 90.000 bei Pflegefamilien. Für die Kinder an sich schon keine leichte Situation. Und dann wird ihnen auch noch der Start ins Leben schwer gemacht: Wenn sie als Schüler oder Azubis Geld verdienen, müssen sie bis zu 75 Prozent ihres Lohnes ans Jugendamt abgeben. Justin Trost kam im Alter von 13 Jahren ins Heim. Er macht derzeit eine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker – und verdient nur 180 Euro. Im Video erzählt Justin, dass er seinen Job zwar liebt, aber schon oft überlegt hat, deswegen hinzuschmeißen.

Jugendliche können nichts ansparen

Der Gedanke ist einfach: Die Jugendlichen erhalten Leistungen vom Staat. Wenn sie eigenes Geld verdienen, müssen sie sich an diesen Kosten beteiligen. Doch 75 Prozent sind für Experten viel zu viel. "Wir sehen da ganz klar eine Exklusion von Kinder und Jugendlichen. Es betrifft auch Kinder, die einen Ferienjob ausüben", sagt Birgit Tang vom Verein Lebensarchitektur. "Und das Bittere ist, dass die Jugendlichen in der Ausbildung nichts ansparen können."

Die Änderung des Gesetzes wurde 2017 bereits vom Bundestag beschlossen. Der Bundesrat müsste nur noch zustimmen, doch bis jetzt wurde das auf die lange Bank geschoben. Im Herbst soll das Thema jetzt noch einmal angegangen werden. Vielleicht verbessert sich die Situation für Jugendliche wie Justin dann endlich etwas.