Weil er Erdogan kritisierte?

Im Italienurlaub: Türkei lässt Hannoveraner festnehmen

Turkey's President Recep Tayyip Erdogan sits with his delegation in the General Assembly Hall during the 2019 United Nations Climate Action Summit at U.N. headquarters in New York City, New York, U.S.
© REUTERS, CARLO ALLEGRI, HB

24. September 2019 - 10:00 Uhr

Die Handschellen klickten im Hotel

Weil er Erdogan kritisierte, ließ die türkische Regierung einen Mann aus Hannover im Italienurlaub festnehmen, das berichtet die "Hannoversche Allgemeine Zeitung".

Dem Bericht zufolge handelt es sich um einen Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Der 45-jährige deutsche Staatsbürger habe kurdische Wurzeln und wurde in der Türkei geboren.

Gegen ihn lag ein internationaler Haftbefehl vor. Die italienische Polizei nahm den Mann dann in seinem Urlaubshotel in Bozen fest.

Mann demonstrierte in Istanbul gegen das Regime

Was genau dem Mann vorgeworfen wird, ist derzeit noch unklar. Fakt ist: Der 45-jährige hatte  in Istanbul studiert und dort an Demonstrationen teilgenommen. Grund für die Verhaftung könnte also ein politischer Hintergrund sein – davon ist zumindest seine Familie überzeugt.

Droht nun die Auslieferung?

Der nun in Bozen inhaftierte Mann sei bereits 1996 aus der Türkei geflohen. In Deutschland habe er Asyl erhalten. Laut der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" besitzt er einen deutschen und einen türkischen Pass. Seine Familie befürchtet nun seine Auslieferung.