50.000 Menschen singen zusammen im Dortmunder Stadion Weihnachtslieder

Weihnachtssingen beliebt wie nie: Darum stimmen viele so gemeinsam Lieder an

17. Dezember 2018 - 17:28 Uhr

Im Video: Schöner die Stimmen nie klingen

50.000 Menschen versammeln sich im Stadion von Borussia Dortmund. Aber nicht zum Fußballschauen sondern zum Singen. Gemeinsam Weihnachtslieder zu singen, das ist ein Trend, dem mit großer Begeisterung immer mehr Menschen folgen. Die Gänsehautatmosphäre aus Dortmund, aber auch bei ähnlichen Events in kleinerem Maße in einer Hamburger Einkaufspassage oder auch einem Wirtshaus in Brühl (NRW) sehen – und vor allem hören –  Sie im Video. Was die Menschen am Singen im Chor begeistert, erklärt ein Trendforscher.

Trendforscher: "Das geht auf das Public Viewing 2006 zurück"

Als Hintergrund für das gemeinsame Singen hat Trendforscher Eike Wenzel das gemeinsame Fußballschauen ausgemacht. Das Public Viewing bei der Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land 2006 sei eine Initialzündung gewesen, erklärt Wenzel. "Seitdem machen wir gerne Sachen zusammen. Gemeinsinn ist ein Trend, der stark im Kommen ist."

Der Trendforscher versteht das gemeinsame Singen als klaren Gegentrend zur Individualisierung. Die Menschen versuchen sich, beispielsweise in den sozialen Netzwerken, möglichst einzigartig und unabhängig zu präsentieren. Doch dabei erkannten viele, dass ihnen ein Gemeinschaftsgefühl fehlt. "Die Leute haben eine ganz starke, tiefe Sehnsucht nach Gemeinsinn", sagt Wenzel. Diese Sehnsucht könnten alte Institutionen wie die Kirche nicht mehr auffangen, diese Lücke füllten "solche Gesangs-Flashmobs" aus.

Warum begeistern die Menschen sich ausgerechnet für gemeinsames Singen?

"Hamburg singt" heißt das Event, das in Hamburg seit 2013 Menschen zum Singen zusammenbringt. Initiator Niels Schröder weiß, was die Menschen gerade am Singen im Chor so begeistert: "Keiner hört dich so richtig, aber trotzdem spürst du, dass du Teil von etwas Großem, Wunderbarem bist." Das Singen im Chor habe sein verstaubtes Image abgelegt. Stattdessen könne jeder mitmachen, sagt Schröder. "Singen tut gut und man ist stolz auf das, was man hier erschafft. Das klingt krass und man selbst ist Teil davon." Wie das dann in Hamburg, Dortmund oder auch Brühl klingt, das erfahren Sie im Video oben.