Zum Wegschmeißen zu schade

Tanne in die Tonne? Wie Sie Ihrem Weihnachtsbaum ein zweites Leben schenken

Weihnachtsbaum weiterverwenden
Tanne für die Tonne? Auf keinen Fall! Auch wenn sie als Weihnachtsdeko ausgedient hat, ist die Tanne noch zu gebrauchen.
RTL Nord

von Paulina Drabinski und Samira Bonneik

Das Festtagsessen ist verdaut, unliebsame Geschenke wurden umgetauscht und die Weihnachtsdekoration ist wieder im Keller verschwunden. Ihren Weihnachtsbaum lassen die meisten Menschen wahrscheinlich wie jedes Jahr von der Müllabfuhr abholen. Aber muss das denn sein? Klare Antwort: Nein!

Tannennadeln als Wunderwaffe bei Erkältungen

Tee aus Tannennadeln
Tannennadeln gelten bei Erkältungen als wahres Wundermittel.
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Fichten- und Kiefernadeln gelten schon Jahrhunderte lang als Heilpflanze. Ihre Inhaltsstoffe sollen antioxidativ, antibakteriell und antiseptisch wirken. Außerdem haben sie einen hohen Anteil an Vitamin C und sind gut für das Immunsystem. Deswegen werden Tannennadeln bei einer Erkältung oft als Tee zubereitet. Dafür zerkleinert man ungefähr einen Teelöffel Nadeln mit einem Messer. Dann die Tannennadeln mit heißem Wasser aufgießen und maximal zwei Minuten ziehen lassen – fertig ist der Immunbooster.

Lese-Tipp: Hier wird der Tannenbaum zum Leckerbissen!

Mit der Tanne in die Badewanne

Statt als Tee, kann die Tanne aber auch als Badezusatz genutzt werden. Weil die Nadeln ätherische Öle enthalten, sollen sie besonders schleimlösend bei Erkältungen wirken. Aber auch bei so einem richtig fiesen Muskelkater soll die Essenz der Tanne helfen. Dafür werden die Nadeln einfach vom Tannenzweig gelöst und in einer Schüssel gesammelt, bis die Küchenwaage 100 Gramm anzeigt. Im Anschluss müssen die Nadeln zehn Minuten im heißen Wasser köcheln. Danach Wasser und Nadeln durch ein Sieb gießen, die Flüssigkeit in einer Schale auffangen und einfach zum Badewasser hinzugeben.

Lese-Tipp: So entsorgen sie ihren Weihnachtsbaum richtig

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Winterfester Garten mit Hilfe von Tannenzweigen

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So überleben ihre Pflanzen den Winter: Einfach mit Tannenzweigen bedecken
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Tannenbäume sind nicht nur gut für unsere Gesundheit, sondern eignen sich auch als Frostschutz für Pflanzen und Tiere. So kann man zum Beispiel für Igel ein wohliges Winterquartier zaubern: "Dafür nimmt man am besten einen Laubhaufen und deckt das Ganze zusätzlich mit den Tannenzweigen ab, dann hat man einen Laubhaufen, der über die kalte Jahreszeit liegen bleiben kann, wo sich die Tiere austoben oder Winterschlaf halten können“, erzählt Saskia Blümel vom Verband natürlicher Weihnachtsbäume e.V. im Interview mit RTL.

Die übrig gebliebenen Zweige kann man dann noch für den Frostschutz von Balkon- und Beetpflanzen nutzen. Einfach die Tannenzweige in mehreren Lagen flach in das Beet legen. Dabei sollte man besonders darauf achten, die Schnittstellen abzudecken.

Lese-Tipp: Warum Sie ihren Weihnachtsbaum nach dem Fest nicht gleich verbrennen sollten

Weihnachtsbäume sind sogar für den Küstenschutz gut

Tannenbäume sind gut für den Küstenschutz
Weihnachtsbäume können sogar unsere Küste schützen.
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Tannenbäume sind für den Schutz unserer Küsten besonders geeignet, weil die Nadeln den Sand und das Erdreich gut festhalten. Die Idee dafür ist aus der Not entstanden, wie Raymond Kiesbye, der Leiter des Tourismusverband Schleswig-Holstein, erklärt: „In den vergangenen Jahren haben wir es mit Faschinenhölzern gemacht, die aus Polen und aus der Ukraine geliefert werden. Die sind nicht mehr verfügbar und dann haben wir uns mit dem Küstenschutz zusammen diese Idee mit den Tannenbäumen ausgedacht“.

Es gibt also genug gute Gründe, ihren Weihnachtsbaum nicht weg zuschmeißen. Ob zur Entspannung, für die Gesundheit oder das Überleben ihrer Pflanzen – Tannenzweige können zum nützlichen Alltagshelfer werden.