US-Unternehmen lehnt Tarifverhandlungen ab

Weihnachten in Gefahr? Amazon-Mitarbeiter sollen bis Heiligabend streiken

17. Dezember 2018 - 11:50 Uhr

Verdi ruft zum Streik auf

Weihnachtswichtel, aufgepasst! Der Versandhandel fällt aus, zumindest teilweise. Seit Montag streiken die Mitarbeiter von Amazon an zwei Standorten in Deutschland. Die Gewerkschaft Verdi hatte dazu aufgerufen - und das so kurz vor Weihnachten.

Was liegt dann unterm Weihnachtsbaum?

In sieben Tagen ist es so weit: Es duftet nach Zimt und frischen Tannennadeln, der Weihnachtsbaum ist geschmückt und die Bescherung... fällt dieses Jahr spärlich aus. Das könnte der Fall sein, wenn sich das Christkind der Familie so kurz vorm Fest auf Amazon verlassen hat.

Mitten in der Weihnachtszeit hat nach Informationen von Verdi ein Streik begonnen: Im Paketzentrum in Werne in Nordrhein-Westfalen sollen die Mitarbeiter des Versandhändlers demnach bis Dienstagabend streiken. "Es besteht die Gefahr, dass Weihnachtsgeschenke nicht rechtzeitig ankommen", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi.

Amazon hält dagegen: "Wir sind gut auf Weihnachten vorbereitet", sagte Nadiya Lubnina, eine Sprecherin ds Unternehmens. Der Streik habe keinen Einfluss auf die "Einhaltung unseres Lieferversprechens, denn die überwältigende Mehrheit unserer Mitarbeiter arbeitet normal."

Mitarbeiter in Leipzig sollen bis Heiligabend streiken

"Den Kolleginnen und Kollegen wird nichts geschenkt", sagte der in Werne zuständige Gewerkschaftssekretär, Karsten Rupprecht. "Gerade in der Weihnachtszeit hätten sie es zwar verdient, aber die Erfahrung mit Amazon zeigt, dass es nur der Druck durch die Beschäftigten war, der bislang zu Verbesserungen geführt hat." Aber immerhin liegen zwischen Mittwoch und Heiligabend noch ein paar Tage, an denen ein Paket ankommen kann.

Schwieriger wird es für die Menschen im Osten Deutschlands. Neben Werne hatte Verdi auch die Mitarbeiter in Leipzig dazu aufgefordert, zu streiken - und zwar bis Heiligabend. Damit will die Gewerkschaft den Druck auf den US-amerikanischen Konzern erhöhen. Verdi fordert seit Jahren, dass Amazon vernünfte Tarifverhandlungen einführt. Das US-Unternehmen lehnt dies ab. Es sieht sich in der Logistik-Branche angesiedelt und verteidigt so die entsprechende Bezahlung.

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Amazon: Mitarbeiter verdienten mindestens 10,78 Euro pro Stunde

Laut Angaben von Amazon verdiene ein Mitarbeiter durchschnittlich rund 2.400 Euro - sollte er 24 Monate für den Konzern gearbeitet haben. Hinzu kämen Zuschläge und Zusatzleistungen. "Amazon beweist jeden Tag, dass man auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein kann", so Lubnina.