11. Dezember 2018 - 15:59 Uhr

Das war's dann mit "Flying home for christmas"

Schreckensnachricht für unseren Lieblings-Astronauten Alexander Gerst: Die Raumkapsel, mit der Gerst und ein Kollege in der kommenden Woche nach Hause fliegen sollen, hat ein Leck. Sollte die sechsstündige Reparatur nicht klappen, könnte Astro-Alex Weihnachten im All feiern - und nicht mit seiner Familie.

MS-09 zur Reparatur, bitte!

Gerst, gebürtig aus Baden-Württemberg, ist seit Juni auf der ISS. Inzwischen ist er sogar Kommandant - als erster Deutscher jemals. Am 20. Dezember soll seine Amtszeit enden. Nun ist fraglich, ob er und seine beiden Astronauten-Kollegen, Sergej Prokopjew aus Russland und der US-Amerikanerin Serena Auñón-Chancellor, tatsächlich noch vor den Feiertagen nach Hause fliegen können.

Der Grund: Die Sojus-Kapsel MS-09, mit der Gerst im Juni andockte, hat ein Leck. Das soll am Dienstag während einer sechsstündigen Untersuchung repariert werden. Auch der Rückflug soll mit der MS-09 durchgeführt werden. Das Leck hatte vor einigen Monaten einen Druckabfall der Internationalen Raumstation ISS ausgelöst.

So kompliziert ist ein Außeneinsatz

Die Reparatur an der Raumkapsel findet als orbitaler Außeneinsatz statt. Dafür müssen sich Astronauten jedes Mal in dicke Spezialanzüge quetschen - die dringend ausgetauscht werden sollten. "Die Raumanzüge, die die Astronauten derzeit auf der ISS benutzen, wurden vor mehr als 40 Jahren entwickelt und haben ihre eigentlich auf 15 Jahre angelegte Design-Lebensdauer weit überschritten", urteilte ein Experten-Team der US-Raumfahrtbehörde Nasa.

Ein solcher Anzug wiegt knapp 130 Kilogramm. Wegen der Schwerelosigkeit im All spüren die Astronauten das Gewicht aber nicht.