„Über Lockerungen brauchen wir nicht sprechen. Eventuell müssen wir nachlegen"

Darum hat Angela Merkel Angst vor Weihnachten

13. November 2020 - 11:28 Uhr

von Nikolaus Blome und Franca Lehfeldt

"Über Lockerungen brauchen wir nicht sprechen. Eventuell müssen wir nachlegen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag früh in der Telefonkonferenz des CDU-Präsidiums. In der Berliner Charité würden bereits wieder andere Operationen verschoben, um Betten auf den Intensivstationen für schwere Corona-Fälle frei zu halten. Das besorge sie sehr, sagte Merkel nach Informationen von RTL/ntv aus Teilnehmerkreisen

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Weihnachten: Ohne Corona-Lockerungen keine Treffen mit mehr als zwei Haushalten

 Angela Merkel, Bundeskanzlerin, aufgenommen im Rahmen eines Pressestatements zum Ergebnis der US-Wahl, in Berlin, 09.11.2020. Berlin Deutschland *** Angela Merkel, German Chancellor, recorded as part of a press statement on the outcome of the US ele
Die Kanzlerin in Sorge: „Über Lockerungen brauchen wir nicht sprechen. Eventuell müssen wir nachlegen", sagte Merkel am Montag früh in der Telefonkonferenz des CDU-Präsidiums.
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Vor allem aber widerspricht das der Hoffnung von Millionen Bürgern, die auf Lockerungen der geltenden Kontaktbeschränkungen vor Weihnachten hoffen. Ohne solche Lockerungen blieben selbst in privaten Räumen Treffen von Personen aus mehr als zwei Haushalten entweder "inakzeptabel", wie es im letzten Beschluss des Treffens Merkels mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer hieß. Oder sie wären regelrecht verboten wie in Bayern, Strafandrohung inklusive.

Familienfeier-Verbot könnte Akzeptanz für Corona-Maßnahmen kippen

Aber: Bei den üblichen Familienfeiern unterm Weihnachtsbaum sind meist mehr als zwei Haushalte beteiligt. Großeltern, erwachsene Kinder, Geschwister und Enkel – Millionen Deutsche reisen um die Weihnachtszeit quer durch die Republik, um die Tage miteinander zu verbringen. Den Deutschen mit strikten Corona-Regeln das Fest vermiesen? Davor hat die Kanzlerin spürbar Sorge – und nicht nur sie.

In der CDU-Präsidiumssitzung warnte unter anderen auch Generalsekretär Paul Ziemiak. (Interview im Video unten) Sollte es den Menschen nicht erlaubt sein, ihre Familien über die Feiertage zu sehen, könnte das Akzeptanz und Verständnis für die Corona-Regeln schwer beschädigen – und zu massenhaftem Verstößen führen.

Man könne die Menschen vielleicht bitten, ihre Familientreffen auf die drei Weihnachtsfeiertage aufzuteilen, aber mehr sei nicht machbar, hieß es weiter. Ähnliche Skepsis herrschte bei der Frage, ob das geltende Beherbergungsverbot über die Weihnachtszeit aufrecht zu erhalten sei.

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