Parteitag der AfD in Dresden

Weidel lässt sich nicht zur Spitzen-Kandidatin ausrufen

Alice Weidel wollte sich an diesem Samstag nicht als Kandidatin für die Bundestagswahl aufstellen lassen
Alice Weidel wollte sich an diesem Samstag nicht als Kandidatin für die Bundestagswahl aufstellen lassen
© imago/Jürgen Heinrich, Jürgen Heinrich, imago stock&people

10. April 2021 - 13:40 Uhr

Weidel hatte sich schon vor dem Parteitag zurückgezogen

An diesem Wochenende trifft sich die Bundes-AFD zu ihrem Parteitag in Dresden. Und sie hat entschieden: Hier wird es noch keine Entscheidung darüber geben, wer im Herbst für die Partei ins Rennen um den Bundestag geht.

Fraktionschefin Alice Weidel hatte sich schon vor dem Parteitag aus dem Rennen um die Spitzenkandidatur zurückgezogen. Denn lange wurde spekuliert, ob ein Spitzenduo für die Bundestagswahl präsentiert wird. Sie und Co-Parteichef Tino Chrupalla standen dabei hoch im Kurs.

Umstrittenes Verfahren hielt Weidel ab

Sie begründete das mit dem Gezerre um das Prozedere zur Nominierung. Co-Parteichef Jörg Meuthen hatte vor Wochen eine Online-Mitgliederbefragung initiiert, um die Wahl von Kandidaten auf dem Parteitag zu verhindern. In diesem Online-Voting hatte sich die Mehrheit dagegen ausgesprochen, die Kandidaten und Kandidatinnen schon an diesem Samstag in Dresden auszuwählen. Stattdessen solle diese Wahl gesondert im Sommer stattfinden. "Dieser widrige Umstand hat mich zum Entschluss gebracht, auf diesem Parteitag nicht für die Spitzenkandidatur zur Verfügung zu stehen", erklärte schließlich die Fraktionsvorsitzende Weidel.

Ob sie jetzt antreten wird, da die Frage nicht auf diesem Parteitag geklärt werden würde, ließ sie bisher offen.

AfD setzt auf das Image einer "Anti-Verbotspartei"

Dass dieser Parteitag überhaupt so in Präsenz stattfindet, ist schon ungewöhnlich. Doch die Partei hatte sich selbst dafür gefeiert, auch während einer dritten Corona-Welle ihren Parteitag abzuhalten. Jörg Meuthen sagte zum Auftakt, die AfD wolle "zeigen, dass diese Verbotsorgien, dieses Einsperren, diesen Lockdown-Wahnsinn, dass es all das nicht braucht, wenn man den Menschen vertraut." Ganz ohne Widerstand geht dieser Parteitag aber nicht von statten. Vor der Messehalle demonstrierten Menschen, wie Sie im Video sehen können. Damit versperrten sie Teilnehmern des Parteitags teilweise zu Zufahrt.

Wahlkampf-Slogan der AfD ist "Deutschland. Aber normal." Gemeint ist, dass diese "Normalität" in den vergangenen Regierungsjahren unter Merkel zerstört worden sei.

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