Missgeschick in italienischem Museum

Wegen Selfie: Tourist bricht Zehen von 200 Jahre alter Canova-Statue ab

Ein oberösterreichischer Tourist ist wegen der Beschädigung eines Werks des italienischen Bildhauers Antonio Canova (1757-1822) in einem Museum in Possagno unweit von Treviso angezeigt worden.
© Reuters

05. August 2020 - 8:00 Uhr

Anzeige gegen Österreicher (50) in Possagno

Ein Selfie könnte einen Österreicher teuer zu stehen kommen. Der 50-Jährige hatte sich am Samstag in einem Museum im norditalienischen Possagno für ein Foto auf eine 200 Jahre alte Marmorskulptur gelegt – und dabei zwei Zehen abgebrochen. Jetzt wurde er von der Museumsleitung angezeigt.

Tourist meldete den Schaden angeblich nicht

Dem Urlauber aus Oberösterreich droht eine saftige Geldstrafe, nachdem er das berühmte Werk des italienischen Bildhauers Antonio Canova (1757-1822) beschädigt hat, berichtet das italienische Nachrichtenportal "Il Gazzettino". Die Museumsleitung habe den Mann angezeigt, nun werde der Vorfall von der Staatsanwaltschaft in Treviso geprüft. Ein Restaurierungsteam sei mit der Bezifferung des Schadens beauftragt worden, heißt es. 

Um ein Erinnerungsfoto zu schießen, hatte sich der 50-jährige Oberösterreicher am Samstag auf das Originalmodell in Gips der Marmorstatue der Paolina Bonaparte gesetzt und so zwei Fußzehen abgebrochen. Danach soll er das Museum mit seiner Gruppe verlassen haben, ohne den Schaden zu melden. Doch was er nicht ahnte, der Vorfall wurde von Überwachungskameras aufgezeichnet. 

Österreicher von Überwachungskamera überführt

Die Museumsleitung, die wenige Minuten nach dem Vorfall die Gipsfragmente fand, konnte die Gruppe mithilfe der Videos und des Anmeldeformulars der Touristen identifizieren. "Zum Glück haben wir die gebrochenen Gipsteile gefunden. Das hilft uns bei der Restaurierung", so Museumsleiterin Moira Mascotto.

"Wir rufen Besucher immer wieder auf, sich nicht auf die Statuen zu setzen. Verantwortungsloses Verhalten schadet den Schätzen, die unser Museum aufbewahrt. Hier geht es nicht aber nicht um die Staatsangehörigkeit der Besucher. Österreicher sind gute Freunde unseres Museums", sagte Mascotto.

Der bekannte italienische Kunstexperte und Parlamentarier Vittorio Sgarbi, Präsident der Stiftung "Antonio Canova", hatte unterdessen eine "heftige Strafe" für den "kopflosen Vandalen" gefordert. Er rief die Polizei auf, den Touristen an der Heimkehr nach Österreich zu hindern, schreibt "Il Gazzettino".

„Das Ausmaß des Schadens war mir anfangs nicht klar“

Der Österreicher, der in Italien seinen 50. Geburtstag feiern wollte, sei aber inzwischen wieder in seine Heimat zurückgekehrt, heißt es in dem Bericht. Er habe sich bei der Museumsleitung für sein "verantwortungsloses" Verhalten entschuldigt und dazu bereit erklärt, für den Schaden aufzukommen. "Das Ausmaß des Schadens war mir anfangs nicht klar", wird der Mann zitiert.