4. Juli 2019 - 13:37 Uhr

Ab November gilt ein Rauchverbot in österreichischen Gaststätten

Was in Deutschland seit Juli 2007 nicht mehr erlaubt ist, tritt nun in Österreich ab November 2019 in Kraft. Dann gilt ein Rauchverbot an öffentlichen Orten, an denen nicht nur Speisen, sondern auch Getränke serviert werden. Von dem Verbot betroffen sind auch Shisha-Bars – die könnten damit vor dem Aus stehen.

Auch Shishas und E-Zigaretten sind vom Rauchverbot betroffen

Der österreichische Nationalrat hat in Wien beschlossen, dass in Österreich von November an in Gaststätten nicht mehr geraucht werden darf. Das Verbot gilt auch für Shishas und E-Zigaretten. Davon betroffen sind nicht nur Lokale, sondern auch öffentlichen Orte wie zum Beispiel Feuerwehrfeste oder Festzelte. Nur Biergärten sind vom dem Verbot ausgenommen.

Durch das Verbot der Shisha-Bars stehen nach Erkenntnissen der Wirtschaftskammer vor allem in Wien viele Lokale vor dem Aus. Betroffen sind nach Angaben aus der Branche rund 500 solcher Betriebe mit ca. 10.000 Mitarbeitern.

Können Shisha-Bars auch in Deutschland verboten werden?

Wegen Gesundheitsgefahren durch giftiges Kohlenmonoxid drohen auch Shisha-Bars in einigen deutschen Bundesländern, wie Nordrhein-Westfalen (NRW) Gesetzesver­schärfungen und drastischere Strafen. Laut einer britischen Studie erhöht Shisha-Rauchen nicht nur das Diabetes- sondern auch das Krebsrisiko. Könnte es daher ein Verbot für Shisha-Bars in ganz Deutschland geben?

Lars Hering von der Stadt Köln erklärt auf Nachfrage von RTL.de: "Das Betreiben von Shisha-Bars fällt in Deutschland unter das Gaststättenrecht und ist Ländersache. Entsprechend der Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichtes Münsters ist Rauchen nur als das Verbrennen von Tabak definiert. In Wasserpfeifen können aber auch Früchte oder Shizao-Steine zum Einsatz kommen. Diese sind vom Nichtraucherschutzgesetz nicht betroffen, da hier kein Tabak verwendet wird." Somit ist mit eine Shisha-Bar-Verbot für Deutschland erst einmal nicht zu rechnen.

Bisher nur lasches Rauchverbot in Österreich

In der Alpenrepublik greifen im europaweiten Vergleich besonders viele Frauen und Jugendliche zur Zigarette. Die Ärztekammer und die Krebshilfe hatten bei einem Volksbegehren mehr als 880 000 Unterschriften für ein Rauchverbot gesammelt. Zuletzt galt die Regelung, dass Gäste in abgetrennten Räumen rauchen dürfen.

Im europäischen Vergleich sind die Regeln zum Schutz von Nichtrauchern in Österreich eher lasch. So will Schweden bis 2025 komplett rauchfrei werden. Dort darf seit dem 1.Juli noch nicht einmal mehr auf öffentlichen Plätzen oder draußen vor Kneipen oder Gaststätten geraucht werden.

Quelle: dpa/RTL.de

Im Video: Warum sich Nichtrauchen wirklich lohnt