Wegen Missbrauchs: Priester aus Klerikerstand entlassen

13. Mai 2022 - 14:10 Uhr

Trier (dpa) - Ein nach Angaben des Bistums Trier mehrfach wegen sexuellen Missbrauchs straffällig gewordener Priester ist aus dem Klerikerstand entlassen worden. Papst Franziskus habe dem Antrag des Priesters im Ruhestand auf Entlassung entsprochen, teilte das Bistum am Freitag mit. Damit komme es zu keinem weiteren kirchlichen Strafverfahren, da der Betroffene die Schuld anerkenne und moralisch wie finanziell Verantwortung für schwere Straftaten übernehmen wolle.

Der Mann war 1994 von einem Gericht im Saarland wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Ende der 1990er Jahre habe er sich bei einem pastoralen Einsatz im Ausland erneut des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht, so das Bistum. Und Anfang dieses Jahres stellte eine kirchenrechtliche Voruntersuchung "mehrfachen, teils schweren sexuellen Missbrauch" fest, der sich auf Fälle in den späten 1970er bis Anfang der 1990er Jahre bezog.

Diese Fälle waren erst nach Meldungen von Betroffenen in 2021 bekanntgeworden, teilte das Bistum Trier mit. Die Staatsanwaltschaft wurde informiert, stellte die Verfahren aber wegen Verjährung ein. Als nächstes wäre ein kirchliches Strafverfahren angeordnet worden: Dem ist der Mann aber mit der Bitte auf Entlassung zuvorgekommen.

Der Ruhestandspriester durfte nach einem ersten kirchlichen Strafverfahren bereits seit 2014 seinen Dienst nicht mehr ausüben und hatte ein Kontaktverbot zu Kindern und Jugendlichen bekommen. Zudem durfte er das Gebiet seiner Diözese nicht verlassen und bekam seine Bezüge gekürzt. Die nun erfolgte Entlassung aus dem Klerikerstand bedeutet kirchenrechtlich die "weitestgehende Strafe".

Der Mann war an mehreren Stellen im Bistum Trier tätig gewesen. Mit dem aktuellen Fall sind im Bistum Trier wegen des Vergehens des sexuellen Missbrauchs seit 2010 vier Priester aus dem Klerikerstand entlassen worden, wie die Sprecherin mitteilte. Zum Bistum gehören rund 1,3 Millionen Katholiken in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

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Quelle: DPA