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Wegen Lieferengpässen: Ibuprofen wird knapp

Wegen Lieferengpässen: Ibuprofen wird knapp

Gibt es bald kein Ibuprofen mehr?

Ibuprofen wird knapp – das hat der Branchendienst "Apotheke Adhoc" am Dienstag bekanntgegeben. Hintergrund ist die vorübergehende Stilllegung einer der wenigen Fabriken, die das Schmerzmittel produzieren. Ein Grund zur Panik oder alles halb so wild? Wir haben beim Experten nachgefragt.

Weltweit produzieren nur sechs Fabriken Ibuprofen

Sechs Fabriken stellen Ibuprofen für die gesamte Welt her. Im BASF-Werk in Bishop im US-Bundesstaat Texas wurde die Produktion des Wirkstoffs jetzt vorerst eingestellt. Mit rund 5.000 Tonnen pro Jahr ist das Werk einer der führenden Produzenten von Ibuprofen weltweit. Insgesamt gibt es je zwei Fabriken in China, Indien und in den USA. Das BASF-Werk in Texas sollte eigentlich im ersten Quartal erweitert werden, stattdessen steht wegen technischer Probleme jetzt alles still. Drei Monate wird der Ausfall möglicherweise dauern.

Was bedeutet das für uns in Deutschland?

Mit 27 Millionen Verordnungen auf Rezept sowie 51 Millionen verkauften Packungen in der Selbstmedikation ist Ibuprofen das wichtigste Schmerzmittel in Deutschland. Wie sich der Engpass auf den deutschen Markt auswirkt, ist bislang nicht bekannt.

Stehen wir möglicherweise bald in der Apotheke und bekommen kein dringend benötigtes Schmerzmittel mehr? "So dramatisch ist es nicht", erklärt Mediziner Dr. Christoph Specht. "Natürlich kann keiner sagen, ob es irgendwann mal zu einem tatsächlichen Engpass kommt, aber aktuell ist keiner abzusehen – und selbst wenn, ist Ibuprofen nicht das einzige Medikament mit entsprechender Wirkung."

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Es gibt genug Alternativen zu Ibuprofen

Alternativen wären laut Specht zum Beispiel Aspirin oder Diclofenac . "Muss es nicht entzündungshemmend sein, ist auch Paracetamol eine gute Lösung, wenn es darum geht, Schmerzen zu lindern oder Fieber zu senken."

Also Grund für panische Hamsterkäufe? "Definitiv nein", warnt Dr. Christoph Specht. "Großpackungen Ibuprofen zu kaufen, wäre übertrieben. Erst solche Panikeinkäufe würden zu einer tatsächlichen Knappheit führen".

Erst im März kam es im Zuge der Grippewelle unter anderem zu Lieferengpässen von vierprozentigem Ibuprofen-Hustensaft für Kinder.