Ein Hundebaby nach Krankheit eingeschläfert

Kölner Tierheim wegen "Kühlschrank"-Welpen massiv angefeindet

07. Januar 2021 - 18:49 Uhr

Frau aus Köln versteckte Malteser-Welpen im Kühlschrank

Das Foto der fünf süßen Malteserwelpen hat viele Menschen bewegt und vor allem Wut ausgelöst: Die Vierbeiner saßen eingepfercht im Kühlschrank einer Tierquälerin aus Köln. Die Polizei hatte die Hundebabys aus Rumänien Anfang Dezember bei einer Razzia gegen illegale Welpenhändler entdeckt. Nach der Rettung waren sie in einem Kölner Tierheim untergebracht worden. Seitdem stehe das Telefon nicht mehr still, weil viele die Hunde aufnehmen wollen, klagen die Mitarbeiter in einem Facebook-Post. Doch weil sie noch nicht gesund seien, müssten sie im Heim versorgt werden. Wegen der Verzögerung seien sie im Netz massiven Anfeindungen ausgesetzt.

"Tierfreunde" bombardieren Kölner Tierheim wegen kranker Welpen

Bislang habe das Tierheim hunderte Mails und Anrufe von besorgten Menschen erhalten. Viele hätten sich nach dem Zustand der Welpen erkundigt und auch angeboten, die Tiere aufnehmen zu wollen. Darunter seien aber auch ziemlich böse Mails gewesen. "Zum Teufel sollt ihr gehen", soll sogar jemand geschrieben haben, der sich vom Tierheim offenbar hingehalten fühlt. Die Mitarbeiter des Kölner Tierheims sahen sich deshalb dazu gezwungen, auf die vielen Nachrichten zu reagieren. In einem nun veröffentlichten emotionalen Facebook-Post berichtet das Tierheim über den Zustand der Welpen und ruft die Menschen zur Geduld auf. Dabei haben die Tierschützer auch eine schockierende Nachricht verraten: Ein Welpe, Pascal, ist bereits gestorben.

"Statt unsere Zeit weiter mit solchen Mails zu verschwenden, kümmern wir uns lieber weiter um unsere über 300 Tiere - und vor allem kämpfen wir weiter um das Leben der Malteserwelpen", heißt es dort weiter. Die Welpen seien an Parvovirose erkrankt, einer hoch ansteckenden Infektionskrankheit. Es sei nicht schön zu sehen, wie ein kleines Lebewesen nach wochenlanger Behandlung immer wieder Blut ausscheidet, so das Tierheim.

Deshalb bittet das Heim die Menschen um Verständnis und teilt mit, "unverschämte Mails" in Zukunft zu ignorieren. "Wir tun alles, um das Leben der vier verbliebenen Welpen zu retten, von denen Menschen wie Sie garantiert keinen bekommen", schreiben die Tierschützer gezielt an die Menschen, von denen sie so massiv attackiert wurden.

Polizei ermittelt gegen illegale Tierhändler

Die fünf Welpen wurden am 3. Dezember in einer Wohnung im Kölner Stadtteil Chorweiler gefunden. Eine 42-Jährige hatte sie dort in einem Kühlschrank vor der Polizei versteckt, die an diesem Tag mehrere Objekte wegen des Verdachts des illegalen Welpenhandels durchsuchte. Dabei waren neben den Malteser-Welpen auch mehrere Pudelschnauzer, französische Bulldoggen und Chihuahuas befreit worden. Die Polizei hatte damals Ermittlungen gegen vier Frauen im Alter von 20, 22, 42 und 61 Jahren aufgenommen.