Sie wollte keine Bindung zu ihrem Baby aufbauen

Wegen Krebs-Diagnose nach Geburt: Mutter bricht Kontakt zu ihrem Baby ab

Weil die krebskranke Hannah nicht wollte, dass ihr gerade geborener Sohn sich zu sehr an sie gewöhnt, hat sie zunächst den Kontakt zu ihm gemieden.
© Hannah Toohill, Facebook / Hannah Toohill

24. Oktober 2019 - 16:49 Uhr

Herzzerreißende Entscheidung einer Mutter nach der Krebs-Diagnose

Als die junge Mutter Hannah Toohill aus Schottland ihr Baby Fraser nach der Geburt liebevoll in die Arme nahm, war die enge Bindung zwischen Mutter und Sohn unübersehbar. Doch das Glück war nicht auf ihrer Seite: Nur wenige Wochen später wurde bei Hannah ein unheilbarer Blutkrebs diagnostiziert. Eine Diagnose, die alles verändern sollte. Denn Hannah traf eine herzzerreißende Entscheidung: In der Überzeugung, dass sie nur noch wenige Monate zu leben hatte, brach sie den Kontakt zu ihrem Sohn ab.

Schock-Nachricht nach der Geburt ihres Sohnes

Schon während der Schwangerschaft merkte die 29-jährige Hannah Toohill, dass irgendetwas nicht stimmte. Sie hatte ständig starke Rücken- und Brustschmerzen, konnte sich zum Schluss nicht mehr bewegen und keine Treppen mehr laufen. Doch bei jedem Arztbesuch versicherte man ihr, es ginge ihr gut – die Schmerzen kämen von der Schwangerschaft.

Nach der Geburt war sie überglücklich, dass ihr Sohn - obwohl deutlich zu früh - gesund zur Welt kam. Dann die Schockdiagnose: Unheilbarer Blutkrebs. Weil sie dachte, dass sie nur noch wenige Monate zu leben hat und sie in einer Klinik, hunderte Kilometer von ihrem Zuhause entfernt, behandelt werden musste, wollte sie keine Bindung zu ihrem Sohn aufbauen und trennte sich von ihm: "Ich liebte Fraser so sehr, ich wollte mit ihm zusammen sein. Aber ich wollte mich nicht mit ihm verbinden, weil ich dachte, wenn ich sterben würde, wäre es besser für ihn, wenn er sich nicht an mich erinnern würde", erzählte sie der britischen "Dailyrecord".

Deswegen verbrachte Hannah mehr Zeit mit ihrer dreijährigen Tochter Catherine, denn sie würde sich noch an ihre Mama erinnern. Zu Fraser baute sie vorerst keine Beziehung auf. Ihr Mann kümmerte sich stattdessen allein um ihn. Einige Monate später änderte das Schicksal das Leben der kompletten Familie.

Die Chemo wirkte

Auch wenn die Überlebenschancen sehr gering waren, fing Hannah nach der Diagnose eine Chemotherapie an. Als sie merkte, dass die Chemo anschlug, entfachte wieder Hoffnung: "Meine Einstellung änderte sich, als ich merkte, dass die Behandlung, die ich erhielt, funktionierte und es mir tatsächlich gut ging", erinnert sie sich.

Als sie nach der Behandlung wieder nach Hause zu ihrem Mann und ihren beiden Kindern zurückkehrte, war sie überglücklich, ihren Sohn wieder in die Arme schließen zu können: "Jetzt kann ich nicht genug von Fraser bekommen - wir haben eine wundervolle Beziehung."

Hannahs Krebs ist in Remission

Ein Jahr nach ihrer Diagnose ist Hannahs Krebs in Remission und obwohl sie weiß, dass er vermutlich eines Tages zurückkehren wird, hat sie keine Angst mehr vor ihrer Krankheit: "Es könnte in sechs Monaten oder in sechs Jahren so weit sein - man kann es nicht vorhersagen. Aber jetzt genieße ich mein Leben und versuche so viel wie möglich mit meinen Kindern zu machen."